Kriegsministerium

Geschichtliche Entwicklung

Die ersten Anfänge einer dem heutigen Kriegsministerium ungefähr entsprechenden, d.h. ausschließlich für die Bearbeitung aller Angelegenheiten des Heeres und der Heeresverwaltung bestimmten Behörde, sind auf die Kabinettsorder Friedrichs des Großen vom 25. Februar 1746 zurückzuführen.
Bis dahin bearbeitete die höchste Verwaltungsbehörde des Staates, das von Friedrich Wilhelm I. am 19. Januar 1723 eingerichtete General-Ober-Finanz-Kriegs- und Domänen-Direktorium, gewöhnlich kurzweg General-Direktorium genannt, in seinen vier - seit Juni 1740 fünf - Departements, von denen jedes mehrere Provinzen umfaßte, die gesamte Staatsverwaltung. Jedes Departement zerfiel, ebenso wie die ihm unterstellten Kriegs- und Domänenkammern der Provinzen, in eine Kriegsabteilung und eine Domänenabteilung. Das Departement, welches die Kurmark, Magdeburg und Halberstadt bearbeitete, hatte gleichzeitig auch die Marsch- und Verpflegungsangelegenheiten der Armee zu erledigen.

1746
Durch die genannte Order wurde nun im General-Direktorium ein besonderes Kriegs-Departement gebildet und diesem alle die Militärverwaltung betreffenden Angelegenheiten, mit Ausnahme der Remontierung, Bewaffnung und Bekleidung, zugewiesen; ferner die Invalidensachen, die Angelegenheiten der Salpeterfabrikation und der Gold- und Silbermanufaktur, welche letztere die Einnahmen für das Potsdamer Militär-Waisenhaus lieferte. Das Kriegs-Departement war aber eine nur mit Zivilbeamten besetzte Behörde; wenn auch vereinzelt an Generale - zuerst 1760 dem General v. Wedel - der Titel „Kriegsminister“ verliehen wurde.
Das General-Direktorium stellte alljährlich im Frühjahr den, nach Bestätigung durch den König, vom Juni des laufenden bis zum Juli des nächsten Jahres gültigen, alle Einnahmen und Ausgaben der Heeresverwaltung genau festsetzenden General-Kriegsetat auf, sowie die monatlichen General-Kriegs-Kassen-Etats, welche zur Zahlung auf die General-Kriegskasse angewiesen wurde.
Am 25 Juni 1787 errichtete Friedrich Wilhelm II. daneben das Ober-Kriegs-Kollegium, mit der Bestimmung, „alle militärischen Angelegenheiten, insofern sie die innere Einrichtung der Armee, ihre Verfassung, Verpflegung usw. betreffen“, zu bearbeiten, während zum Ressort des Militär-Departement des General-Direktoriums alle Militärangelegenheiten gehören sollten, „insofern sie finanzmäßig sind“, also „alle Kassenangelegenheiten, die Aufbringung und Auszahlungen der Verpflegungen, die Vorspann- und Marschsachen, Magazinanstalten, Administrierung derjenigen Fonds, aus welchen Militäranstalten unterhalten werden, und dergleichen zur Staatswirtschaft insonderheit gehörige Sachen, worunter auch die Invalidenkasse in Ansehung ihrer Administration zu rechnen ist“.
Das Ober-Kriegs-Kollegium zerfiel unter dem Ober-Präsidenten, General-Feldmarschal Herzog v. Braunschweig, dem Vize-Ober-Präsidenten, General der Infanterie v. Möllendorff, dem Kriegs-Präsidenten, Generalleutnant von Rodich, dem Vize-Kriegspräsidenten, Generalmajor v. Kannewurff in sieben Departemants:
1. (Infanterie-) Departements, Direktor Generalmajor  v. Vittinghoff,
2. (Kavallerie-) ” ” ” v. Backhoff,
3. (Artillerie-) ” ” ” v .Dittmar,
4. (Genie-) ” ” ” v. Regeler,
5. (Verpflegungs-) ”  ” ” v.d. Groeben,
6. (Montierungs-
 und Armatur-) ” ” ” v. Boyen,
7. (Invaliden-) ” ” ”  v. Solong;
in jedem Departement arbeiteten ein oder mehrere höhere Offiziere als Assessoren, im 3. sogar noch ein Generalmajor, v.Moller.
Der Kriegspräsident führte den Titel als erster, der Direktor des 5. Departements als zweiter Kriegsminister. Außerdem gehörten zum Ober-Kriegs-Kollegium noch das General-Auditoriat, die General-Kriegskasse und die Geheime Kriegskanzlei.

1790
Am 5. November 1790 wurde das Militär-Departement des General-Direktoriums der Finanzen und Administration, wie es jetzt hieß, mit dem Ober-Kriegs-Kollegium als 8. Departement vereinigt, ohne aber seine Selbständigkeit der Verwaltung zu verlieren.
Durch Regulativ vom 4. Dezember 1790 wurden diesem speziell zur Erledigung, teils selbständig, teils in Gemeinschaft mit dem Ober-Kriegs-Kollegium, zugewiesen: „1. Marschsachen im Frieden, 2. Fourage- und Grasungs-Angelegenheiten, 3. Revuesachen, 4.Servis- und Einquartierungs-Angelegenheiten, 5. General-Invalidensachen, 6. Magazin-Angelegenheiten, 7. Kanton- und Mobilmachungssachen sowie Generalkriegskassensachen in gewisser Beziehung“. Das Militär-Departement reichte seine Berichte, Anträge usw. direkt - d. h. durch den noch zu erwähnenden vortragenden Generaladjutanten - an den König ein, es expedierte auf seinen Spezialbefehl und war für diejenigen Verfügungen, die es ohne Mitwirkung des Ober-Kriegs-Kollegiums erließ, allein verantwortlich. Es wurde deshalb seitdem auch als Staats- und Kriegs-Ministerium bezeichnet.
Im Ober-Kriegs-Kollegium traten während der nächsten Jahre einige Personal-Veränderungen ein: Generalleutnant v. Rohdich erhielt den Titel erster Präsident, Generalleutnant Graf v. d. Schulenburg-Kähnert war von 1791 bis 1795 zweiter Präsident und Kriegsminister, Generalleutnant v. Geusau wurde 1791 Direktor des 1., 1795 des 5. und des mit ihm vereinigten 8. Departements, Generalmajor v. Manstein des 1. Departements; Direktor des 3.Departements 1793 Generalmajor v. Moller, 1795 Oberstleutnant Alkier.
Die Würden des Ober- und des Vize-Ober-Präsidenten waren eigentlich nur nominelle, jenen hochgestellten Generalen verliehen, um anzudeuten, daß man in wichtigen Angelegenheiten ihren Rat zu hören beabsichtigte; die tatsächliche Leitung der Geschäfte hatte der erste Präsident. Nach dem Tode des Generals v. Rohdich wurde durch Kabinettsorder vom 29. Januar 1796 bestimmt, daß diese Stellung nicht wieder besetzt werden, sondern jedes Departement selbstständig und unter eigener Verantwortung an den König berichten solle.
Durch Order vom 4. November desselben Jahres trat aber eine Aenderung der ganzen Organisation ein. Das Militär-Departement wurde wieder vom Ober-Kriegs-Kollegium getrennt, jedoch blieb der Chef des 1. Departement des letzteren zugleich Direktor des Militär-Departements, und in dieser Eigenschaft „Staats- und Kriegsminister“ mit Sitz und Stimme im General-Direktorium.
Das Ober-Kriegs-Kollegium wurde unter Belassung des Ober- und des Vize-Ober-Präsidenten in ihrer Stellung reduziert auf drei Departements:
Das 1. Departement, Präsident und Kriegs-Minister Generalleutnant v. Kannewurff, bearbeitete in vier Abteilungen: die Verpflegungs- und Proviant-Angelegenheiten (General-Intendant, Generalmajor Graf v. d. Golz),
die allgemeinen Angelegenheiten der Infanterie (Major v. Guionneau),
die allgemeinen Angelegenheiten der Kavallerie (Major Misitschek v. Wischkau),
das Artilleriewesen (Oberstleutnant Alkier),
einschließlich der Mobilmachungs-Angelegenheiten;
das 2. Departement, Direktor Generalleutnant v. Boyen, die Montierungs-, Armatur- und Oekonomie-Angelenheiten,
das 3.Departement v. Solong, die Invaliden-, Versorgungs- und Pensions-Angelegenheiten. Außer diesen rechnete zum Ober-Kriegs-Kollegium das Ingenieur-Departement, Direktor Generalleutnant v. Geusau, welches aber - dem jedesmaligen General-Quartiermeister untergeben - eine sehr selbständige Stellung hatte und nur in einer ganz losen Verbindung mit dem Ober-Kriegs-Kollegium stand. Unter der Aufsicht dieses Departements arbeitete auch eine Deputation des Generalstabes; zu seinem Geschäftsbereich gehörte alles, was sich auf den Bau und die Unterhaltung der Festungen sowie auf deren Ausrüstung in fortifikatorischer Hinsicht und auf das zugehörige Personal bezog.
Endlich gehörte zum Ober-Kriegs-Kollegium, wie früher, das General-Auditoriat, und die Generalkriegskasse und die Geheime Kriegs-Kanzlei.
Die dem Ober-Kriegs-Kollegium gegebene Geschäftsordnung setzte wöchendlich zweimalige Sitzungen fest, im sog. Fürstenhause zu Berlin unter Vorsitz des Kriegsministers - falls nicht der Ober- bezw. Vize-Ober-Präsident selbst erschienen; jener öffnete auch persönlich alle Eingänge. Die Geschäftsführung war eine rein kollegialische, Entscheidungen wurde in den Sitzungen durch Stimmenmehrheit getroffen, bei Stimmengleichheit sollte die Stimme des Feldmarschalls v. Möllendorff (wohl in der Annahme, daß der Ober-Präsident selbst niemals daran teilnehmen werde) den Ausschlag geben, bzw. in seiner Abwesenheit die Stimme des jüngsten beisitzenden Mitgliedes ausfallen. Jedes Mitglied konnte seine Stimme versagen, was bei wichtigen Dinge in dem Bericht an den König, unter Beifügung der Gründe, angegeben werden mußte. In Abänderung der oben erwähnten Order vom 29. Januar wurde die Verantwortlichkeit der einzelnen Departements für ihre Geschäftsführung wieder aufgehoben, „die Verantwortlichkeit trägt das ganze Kollegium“.
Diese Reduzierung des Ober-Kriegs-Kollegiums ermöglichte sich dadurch, daß ein großer Teil der ihm bisher obliegenden Geschäfte den General-Inspekteuren der, provinzweise für Infanterie und Kavallerie getrennten, Inspektionen zugewiesen wurde; so insbesondere das Listen- und Rapportwesen, die Mobilmachungsangelegenheiten zum Teil, die Ueberwachung der Schul- und Lazareth-Einrichtungen, die Verhandlungen mit den Zivilbehörden in Kanton-, Servis- und Einquartierungs-Angelenheiten u. a. m. Die General-Inspekteure bildeten also eine Zwischeninstanz zwischen den Truppen und dem Könige, in manchen Fällen zwischen ihnen und dem Ober-Kriegs-Kollegium bzw. dem Militär-Departement; auch den Gouverneuren der großen Garnisonen war in ähnlicher Weise ein Teil der Verwaltungsangelegenheiten übertragen.
Die gesamte Militärverwaltung aber fand ihre eigentliche Spitze in dem hervorragenden Generaladjutanten des Königs, welcher, ursprünglich nur mit der Bearbeitung der persönlichen Verhältnisse des Offizierskorps betraut, allmählich zum Vertreter des Königs und zur Mittelsperson zwischen ihm und den höchsten Militärbehörden geworden war. Ausschließlich durch seine Hand gelangten alle Eingaben, Listen, Berichte, Vorschläge usw. an den Kriegsherrn, ebenso alle Orders und Befehle desselben an die Behörden und Truppen; alle vorhergenannten Behörden waren ihm also, trotz des hohen Ranges ihrer Chefs, doch tatsächlich untergeordnet, und sein Einfluß der schließlich maßgebende. Die ganze Zusammensetzung der höchsten Militärbehörden war mithin eine höchst verwickelt und ungesunde; es fehlte ihr die Einheit und die folgerichtige Gliederung in der Organisation, die straffe Leitung durch eine alle Fäden zusammenfassende, dem Kriegsherrn verantwortliche und genügend geschulte Spitze. Eine weitere Folge der unklaren Organisation war die Ueberlastung einzelner Persönlichkeiten mit Geschäften der verschiedensten Art, während andere, wie die Ober-Präsidenten des Ober-Kriegs-Kollegiums, vollständige Sinekuren bekleideten. So vereinigte z. B. 1806 der Generalleutnant v. Geusau in seiner Person die Stellung des Generalquartiermeisters der Armee (s. S.132), des Chefs des Ingenieurkorps, des Inspekteurs sämtlicher Festungen, des Vorstandes des Feldverpflegungs-Departements und des Kurators der medizinisch-chirurgischen Pepiniere!
Im Jahre 1799 trat an die Stelle des verstorbenen Generals v. Kannewurff der Generalleutnant v. d. Goltz als Direktor des 1. Departements und Kriegsminister, an die seinige als General-Intendant und Direktor der 1. Abteilung der Oberst v. Dietherdt. Nach dem Tode des Generals v. d. Goltz wurde Generalmajor v. Dietherdt 1805 Kriegsminister, Direktor des Militär- und Chef des 1. Departements, in seiner Stellung an der Spitze der 2. Abteilung dieses Departements aber nicht ersetzt, sondern deren Geschäfte dem 2. Departement mit übertragen. Auch General v. Boyen starb 1806 und wurde seine Stelle bis zum Ausbruch des Krieges nicht wieder besetzt.
Im Beginn des 19. Jahrhunderts waren die Offiziere und Beamten des Ober-Kriegs-Kollegiums zum großen Teil überalterte und überarbeitete Männer, von denen mehr als ein mechanisches Weiterarbeiten in dem komplizierten, unklaren Geschäftsgange nicht zu verlangen war. Eine Denkschrift Scharnhorsts vom Sommer 1809 beurteilt die Schwächen der preußischen Militärverwaltung beim Ausbruch des Krieges von 1806 dahin: “Die ehemalige Geschäftsführung der oberen Behörden des Militärs war zwischen dem Generaladjutanten, dem Kriegskollegio und Militärdepartement, den Gouverneurs und Inspekteurs geteilt. Es fehlten demnach die Einheit, Uebersicht und Schnelligkeit, also das Wesentlichste zu einer guten Geschäftsführung. Der Generaladjutant, gewöhnlich ein Infanterieoffizier ohne höhere militärische Kenntnisse, trug ohne Vorbereitung und Beratung alle Gegenstände des Ingenieur- und Artillerie-Wesens, der höheren Anordnungen zum Kriege, des Details der Infanterie und Kavallerie usw. vor. Se.Majestät der König erhielten gewöhnlich von keiner anderen Sache eine gehörige Auskunft als von den niederen Gegenständen des Infanteriedienstes ...Bei der ehemaligen Führung dieser Geschäfte durch einen einzigen Generaladjutanten von der Infanterie konnte natürlicherweise das innere Verhältnis der vorkommenden Gegenstände nicht untersucht werden, und die General-Adjutantur und das Kommando der Armee sank daher zu einem Korrespondenzbureau herunter.Man mußte in den meisten Fällen das annehmen, was vorgeschlagen wurde, und so entstand ein mechanischer Geschäftsgang der inneren Verwaltung und des Dienstes, wo alles nach dem alten Schlendrian ging. Auch das Kriegs-Kollegium war weiter nichts als ein Geschäftsbureau, größtenteils mit Invaliden oder solchen Individuen besetzt, denen es an dem höheren Trieb fehlte, noch als aktive Militärs zu dienen. Der Zweck dieser Behörde ging darauf hinaus, die alte Form zu erhalten - und von ihr verbreitete sich der Geist der Invalidität und der Einbürgerung in der Armee. Bei dieser Einrichtung waren Se. Majestät nicht imstande, die Armeeeinrichtungen und dasKommando so zu leiten, daß eine fortschreitende Vervollkommnung hätte stattfinden können. Der Armee war das Gepräge dieser Verfassung der Oberbehörden aus der Regierung des hochseligen Königs Majestät noch tief eingedrückt. Als Se. Majestät zur Regierung kamen, vereinigte sie in mancher Hinsicht die Nachteile der Milizen mit denen der stehenden Armeen“. Ganz ähnlich spricht sich auch eine Denkschrift Gneisenaus aus derselben Zeit aus.
Bei der Wiederherstellung der Armee nach dem Kriege von 1806 kam es daher vor allem darauf an, die Verwaltung zu zentralisieren, dem Kriegsminister mit dem Namen auch die Macht und dieBefugnisse eines solchen unbeschränkt zu gewähren, den Einfluß des vortragenden Generaladjutanten in unschädliche Grenzen zurückzuführen, die Ressortverhältnisse aller Behörden und ihrer Unterabteilungen genau zu bestimmen, um allen Kompetenz-Streitigkeiten ein Ende zu machen, die Verwaltung zu vereinfachen und den bisherigen Geschäftsgang abzukürzen.

1808
Die erste vorläufige Veränderung, die mit dem Ober-Kriegs-Kollegium vorgenommen wurde, erfolgte durch Kabinettsorder vom 10. Mai 1808 dahin, daß die Artillerie-Abteilung des 1. Departements mit dem Ingenieur-Departement zu einem Artillerie- und Ingenieur-Departement zusammengezogen wurde. Dieses sollte zum Ober-Kriegs-Kollegium in demselben Verhältnis stehen wie bisher das Ingenieur-Departement unter dem General v. Geusau; d. h. es sollte nach eigenem Ermessen darüber befinden, welche Angelegenheiten es selbständig zu erledigen, welche es zum Vortrag und zur Entscheidung im versammelten Ober-Kriegs-Kollegium zu bringen habe. Diese Einrichtung hatte aber nur kurzen Bestand.. Denn schon durch Order vom 15. Juli 1808 wurde eine tiefgreifende Umgestaltung der höchsten Militär-Verwaltungs-Behörden, anschließend an die Neueinrichtung der gesamten Staatsverwaltung, durch den Minister Stein vorbereitet, indem die Geschäfte des Ober-Kriegs-Kollegiums vorläufig auf zwei Haupt-Departements verteilt wurden, von welchen das erste alle Gegenstände, welche sich auf die Verfassung und das Kommando der Armee beziehen, das zweite diejenigen, welche die ökonomischen Angelegenheiten betreffen, verwalten sollte. Bis zur endgültigen Durchführung der neuen Militär-Verwaltung wurde der „unmittelbare Vortrag“ über sämtliche Gegenstände des ersten Departements dem Generalmajor v. Scharnhorst, über die des zweiten dem Oberstleutnant Grafen Lottum übertragen.
Neuorganisation von 1809.
Die endgültige Einführung der neuen Ordnung wurde durch die Kabinettsorder vom 25. Dezember 1808 verfügt, welcher eine „Vorschrift zur Errichtung eines Kriegs-Departements, welches die 5. Hauptabteilung des Staatsrates bildet“, beigefügt war. Gleichzeitig erfolgte die Aufhebung des Ober-Kriegs-Kollegiums, des Militär-Departements, der in Preußen und Schlesien noch bestehenden Provinzial-Magazin-Departements und der General-Intendantur, deren Geschäfte sämtlich auf die neue Behörde übergingen.
Die wichtigsten Bestimmungen der umfangreichen, für die gesamte Heeresorganisation und Verwaltung grundlegenden, eben erwähnten Vorschrift sind folgende: „Zum Geschäftskreise des Militär-Departements gehört alles, was auf das Militär, dessen Verfassung, Errichtung, Erhaltung und den von solchem zu machenden Gebrauch Bezug hat“. Es wird dann angewiesen, Se. Majestät den König über alle Zweige des gesamten Militärwesens stets in der genauesten Kenntnis zu erhalten; es hat den direkten Vortrag über alle das Militärwesen betreffenden Angelegenheiten und hat alle offiziellen Schreiben, Orders und Befehle an die Armee oder an einzelne Glieder derselben zu erlassen; durch ein besonderes Reglement wird festgesetzt, inwieweit dies unter eigener Verantwortung oder auf allerhöchsten Befehl zu geschehen hat. Jede, auch die unbedeutendste Veränderung in der bestehenden Militärverfassung bedarf der allerhöchsten Genehmigung; dagegen bleibt es dem Departement überlassen, zu allen die Armee betreffenden allerhöchsten Verfügungen die ihm erforderlich erscheinenden Erläuterungen und Erklärungen zu geben. Alle Ernennungen, Beförderungen ect. blieben im allgemeinen der allerhöchsten Verfügung vorbehalten, nur die Besetzung aller Posten, welche auf die bloße Militär-Verwaltung Bezug haben, dem Departement; jedoch auch hier mit Ausschluß der „Direktions-Posten der Institute, ganzen Parteien ect“. In demselben Umfange hat das Departement auch die Bestallungen selbständig auszufertigen und über die Gehälter der bezüglichen Stellen innerhalb des Etats frei zu verfügen. Die durch den Etat vorgesehenen „gewöhnlichen Administrationsausgaben“ hat das Departement ohne besondere Genehmigung zu bestreiten, bei allen Abweichungen von der Regel aber die allerhöchste Genehmigung, nötigenfalls nachträglich, einzuholen. Ebenso verfügt es selbständig, nach bestimmten Grundsätzen, nur über einen Fonds zu kleinen Militär-Witwenpensionen, während alle größeren derartigen und die Militär-Pensionen, sowie ausnahmsweise Bewilligungen, auf seinen Vorschlag allerhöchsten Orts angewiesen werden.
Das Zusammenwirken des Departements mit den übrigen Zweigen der Staatsverwaltung wurde durch die Publikanden vom 16. Dezember 1808 und 18. Februar 1809 geregelt; im besonderen war es angewiesen, dem Staatsrate „alles, was rücksichtlich des Militärwesens von erheblicherBeziehung auf das Innere vorkommt, im einzelnen mitzuteilen“. Namentlich wird ein zusammenwirkendes, gemeinschaftliches Verfahren mit den anderen Ministerien gefordert bei allen allgemeinen Polizei-Angelegenheiten, “in welche das Militär durchaus nicht einseitig eingreifen und ebensowenig zur Polizei-Uebung willkürlich genommen werden darf“. Auch im Kanton- und Konskriptionswesen hat es mit dem Departement der allgemeinen Polizei in der Weise zusammenzuarbeiten, daß die Bestimmung der Grundsätze beiden gemeinschaftlich, die Bestimmung des Bedarfs dem Kriegs-Departement, die Leitung des Konskriptionswesens selbst und die Aushebung zunächst dem Departement der allgemeinen Polizei zufallen. Bezüglich des Serviswesens hatte das Kriegs-Departement nur an der Feststellung der Grundsätze teilzunehmen, alles übrige dem Departement der direkten und indirekten Steuern zu überlassen; ebenso fiel dem letzteren die Erhebung und Aufbringung der für das Verpflegungswesen erforderlichen Mittel zu, über welche dann das Kriegs-Departement zu verfügen hatte. Schließlich war dieses noch auf Zusammenwirken hingewiesen: hinsichtlich der technischen Angelegenheiten der Gewehrfabriken und Pulvermühlen mit der Departements-Abteilung für Bergwerke und mit dem Departement für Gewerbe-Polizei, hinsichtlich der Unterrichtsmethode, Prüfung und Auswahl der Lehrer für die Militär-Erziehungs-Anstalten mit dem Departement des öffentlichen Unterrichts.
Die Organisation des Kriegs-Departements selbst wird durch folgende Bestimmungen geregelt. „Die MilitärAngelegenheiten teilen sich in zwei ihrer Natur nach sehr verschiedene Geschäftszweige, von welchen der eine die Verfassung und das Kommando der Armee, der andere die Militär-Oekonomie-Verwaltung in sich begreift. Nach diesen zwei Hauptgeschäftszweigen erfolgt die Ressortbestimmung für die zwei Hauptabteilungen oder Spezial-Departements:
1. Des allgemeinen Militär-Departements,
2. Des Militär-Oekonomie-Departements,
deren jedes seinen eigenen Chef erhält. Diese Chefs haben den Vortrag in den Angelegenheiten ihrer Departements bei des Königs Majestät im Kabinett und sind Mitglieder des Staatsrates. Da doch diese Departements-Abteilungen noch sehr weit umfassende Ressorts besitzen, und es bei dieser Art von Geschäften ganz vorzüglich auf die größtmögliche Pünktlichkeit und Energie in der Ausführung ankommt, so erhalten solche wieder die erforderliche Zahl von Unterabteilungen oder Divisionen“ ....„Nach diesen allgemeinen Grundsätzen erfolgt nachstehende Organisation:
I. Hauptabteilung des Kriegs-Departements, oder Allgemeines Kriegs-Departement. Militär-Verfasssung und Armee-Kommando.
Der Chef dieser Abteilung ist der erste Offizier vom Generalstabe, der die erforderlichen Kenntnisse aller drei Waffen in sich vereinigt. Er bedient sich zu seiner Geschäftsführung des Subaltern-Personals der Divisionen. Unter demselben stehen folgende Divisionen:
„1. Division der 1. Hauptabteilung. Zur 1.Division gehört alles, was auf die persönlichen Verhältnisse der Individuen Bezug hat, mithin:
1. Alle Avancements, Entlassungen, Bestallungen, Versetzungen, Beurlaubungen und Heirats-Konsense.
2. Die Besoldungen und Pensionierungen.
3. Die Ausmittelung der Invaliden.
4. Die Ordens- und Gnadensachen, von letzteren jedoch nur diejenigen, welche keine extraordinären Geldbewilligungen erfordern.
5. Die Belohnungen und Bestrafungen.
6. Disziplin, Justiz, Polizei.
In dieser Abteilung arbeitet ein Stabsoffizier von der Armee, welchem das nötige Expeditionspersonal zugeteilt wird, nach der speziellen Instruktion des Departements-Chefs. Von ihr hängt zugleich die Geheime Kriegs-Kanzlei ab......“.
„2. Division der 1. Hauptabteilung. Zur 2. Division der I. Hauptabteilung gehört alles Sachliche, alles was auf die Bildung der Armee und auf die Anwendung, sowie den Gebrauch der Truppen in taktischer und strategischer Hinsicht Beziehung hat, mithin:
1. Kanton- und Konskriptions-Sachen.
2. Militär-Erziehungs- und Bildungs-Sachen.
3. Die Remonte.
4. Die Nachrichten über den Bestand der Regimenter, der Divisionen oder Brigaden,
5. Die Formation, Uebung, Exerzierzeit und Beurlaubung sowie der Ersatz der Regimenter im Kriege.
6. Mobilmachung der Armee.
7. Die Dislozierungen und Bewegungen, ferner die Bestimmung und Forderung der Fuhren bei allen Märschen und Kantonierungen.
8. Die Karten, Pläne, Memoires, taktische und strategische Erfindungen.
9. Die Bestimmung der Approvisionnements der Festungen, der Verpflegung und Bekleidung im allgemeinen, nicht aber die Ausführung, welche letztere vom II. Departement ressortiert“.
„3. Division der I. Hauptabteilung. Zur 3. Division der I. Hauptabteilungen gehören Artillerie, Ingenieurs und Festungen, mithin:
1. Die Artillerie, die Ingenieurs, Mineurs und Pontonniers.
2. Der Bau und die Kriegsbedürfnisse derFestungen.
3. Die Fabrikation, Aufbewahrung und Verteilung der Waffen und die Aufsicht über die Instandhaltung derselben.
4. Die Fabrikation des Geschützes, Pulvers und der sonstigen Munition.
5. Die Erfindungen im Artillerie- und Ingenieurfach. In dieser Abteilung arbeitet ein Stabsoffizier der Artillerie und ein Stabsoffizier vom Korps de Genie unter ihren eigenen Namen und nach den bisherigen Instruktionen, insofern solche nicht bereits geändert sind oder noch eine Veränderung erleiden. Jeder dieser Offiziere erhält einen Kapitän von den betreffenden Waffen, und der Abteilung selbst wird das nötige Expeditionspersonal zugeteilt“....
„II Hauptabteilung des Kriegs-Departements, oder Militär-Oekonomie-Departement.
Die von der I. Hauptabteilung, oder dem Allgemeinen Kriegs-Departement, angenommenen Grundsätze werden in der II. Hauptabteilung, oder dem Militär-Oekonomie-Departement, vollstreckt. Der Chef ist ein in der Militär-Oekonomie erfahrener Stabsoffizier der Armee. Er bedient sich zur gewöhnlichen Geschäftsführung des Subaltern-Personals der Divisionen.Diese sind:
1. Division der II. Hauptabteilung. 1. Das „Militär-Kassen-Wesen“ d. h. in erster Linie Aufstellung des Gesamt-Etats für die Armee, unter Mitwirkung des Chefs des Allgemeinen Kriegs-Departements und des Finanzminister; und demnächst der Spezial-Etats für die einzelnen Verwaltungszweige. Von der Abteilung ressortieren die General-Kriegskasse und sämtliche Militärkassen, mit Ausnahme der Festungs-Bau- und der Spezialkassen solcher Institute, welche direkt vom Allgemeinen Kriegs-Departement unterstehen.
„2. Die Servis-Angelegenheiten.
3. Das Potsdamsche Waisenhaus“.....
„2. Division der II. Hauptabteilung, für die Verpflegung mit Brot, Fourage und Viktualien“.....
„3. Division der II. Hauptabteilung, für die Bekleidung. Von dieser Abteilung wird die Bekleidung der Armee nach den gegebenen Bestimmungen besorgt, und sie unterhält und inspiziert die Kleidungs-Depots. In derselben arbeitet ein Stabsoffizier, dem das nötige Expeditionspersonal zugeteilt wird, unter eigenem Namen und Verantwortlichkeit“.......
4. Division der II. Hauptabteilung, für die Invaliden-Versorgung. Hierher gehören:
1. Die Invalidenhäuser und Institute.
2. Die spezielle Oekonomie der Invaliden-Kompagnien.
3. Die Einstellung der Invaliden bei diesen Kompagnien.
4. Die Pensionierung der Invaliden.
5. Die Empfehlung derselben zur Versorgung im Zivil-Fache.
6. Die Führung der Invaliden-Liste und
7. Die Ausfertigung der Invalidenscheine.
In dieser Abteilung arbeitet ein Stabsoffizier, welchem das nötige Expeditionspersonal zugeteilt wird, unter eigenem Namen und Verantwortlichkeit, nach der noch besonders zu erwartenden Instruktion“....
„Außer diesen Abteilungen besteht das Kriegs-Kommissariat unter Direktion eines General-Kriegs-Kommissarii und sieben Kriegskommissarien“....
Von dem General-Kriegs-Kommissar, welcher einer der beiden in der 1. Division des Militär-Oekonomie-Departements angestellten Staatsräte ist, „hängt alles unmittelbar ab, was zu einer Mobilmachung der Armee erforderlich ist und in Friedenszeiten vorhanden sein muß, mithin auch das Proviant-Fuhrwesen, die Bäckerei-Trains und die Lazarett-Depots“; mit ihm zusammen hatte in dieser Beziehung ein Offizier der 2. Division des Allgemeinen Kriegs-Departements zu arbeiten, um „beide Departements in der genausten Uebersicht von allen zur Mobilmachung erforderlichen und zu treffenden oder getroffenen Maßregeln“ zu erhalten.
Im übrigen entspricht der Wirkungskreis des Kriegs-Kommissariats vollständig demjenigen der heutigen Intendantur; von den sieben Kriegskommissaren war einer als Gehilfe des General-Kriegskommissars bestimmt, je einer mit dem erforderlichen Unterpersonal den sechs Brigaden der Armee zugeteilt, entsprechend den heutigen Divisions-Intendanturen. Die hervorragend tüchtigen Leistungen, welche das Kriegs-Kommissariat - in glänzendem Gegensatz zu den Verhältnissen von 1806 - schon im Kriege von 1813 aufwies, beruhten einerseits auf der sorgfältigen Auswahl und Schulung der Beamten, andererseits auf den vortrefflichen Geschäftsanweisungen und Instruktionen vom 4. Februar 1809 und 18 August 1810, beide entworfen von dem damaligen General-Kriegs-Kommissar Ribbentrop.
Endlich war dem gesamten Kriegs-Departement ein Justitiar in der Person des General-Auditeurs der Armee beigeordnet. Da die zur Ueberführung der ganzen Militär-Verwaltung in die neue Form erforderlichen Vorarbeiten nicht eher beendet werden konnten, eröffneten die beiden Departements, auf Grund einer Kabinettsorder vom 25. Februar 1809, ihre Tätigkeit mit dem 1. März, und zwar noch in Königsberg; nur die 3. Division des Allgemeinen Kriegs- und die 4. des Militär-Oekonomie-Departements traten gleich in Berlin zusammen.
Die Ernennung eines Kriegs-Ministers, für welchen ein eigenes Bureau und eine eigene Kanzlei vorgesehen waren, erfolgte zunächst nicht; vielmehr verblieben die gesamten Befugnisse eines solchen dem Chef des Allgemeinen Kriegs-Departements, Gen. Maj. v. Scharnhorst, welcher auch auf Grund einer ausdrücklichen Bestimmung in der Kabinettsorder vom 31. März 1809 an den darin angeordneten wöchentlichen Sitzungen des gesamten Staatsministeriums teilzunehmen hatte. Noch deutlicher wird dies ausgesprochen in einer Kabinettsorder vom 31. März 1810, welche, an das Staatsministerium gerichtet, in der Ueberschrift nach den Ministern auch Scharnhorst aufgeführt und bestimmt: „Alle Gegenstände von allgemeinem Interesse, mit Ausnahme der auswärtigen Angelegenheiten, sollen vom Gesamt-Ministerium, wozu auch der Chef des Allgemeinen Kriegs-Departements gehört, gemeinschaftlich beraten, darüber verfügt und berichtet werden“. Dem Minister der auswärtigen Angelegenheiten und dem Chef des Allgemeinen Kriegs-Departements gestattete der König auch außer ihren Vortragstagen „freien Zutritt besonders an den gewöhnlichen Kabinetts-Vortragstagen“; zum Vortrag der minder wichtigen Militär-Angelegenheiten und der Stellenbesetzung beim Militär, vom Kommandeur aufwärts, wurde der Direktor der 1. Division des Allgemeinen Kriegs-Departements bestimmt. Eine besondere, von Scharnhorst entworfene und unterm 6. November 1809 vom Könige vollzogene Instruktion regelte den Geschäftsgang zwischen der Artillerie-Abteilung der 3. Division und dem Brigade-General der Artillerie.
Infolge des immer deutlicher hervortretenden Argwohnes Napoleons gegen Scharnhorst entschloß sich dieser, um seinem Kriegsherrn Weiterungen zu ersparen, schon im März 1810 zur Einreichung seines Abschiedsgesuches; er wurde durch die Kabinettsorders vom 21. März und 6. Juni 1810 unter Belassung als Chef des Generalstabes und Ernennung zum Chef des Ingenieurkorps und Inspekteur der Festungen offiziell von dem Posten als Chef des Kriegsdepartements entbunden, aber durch eine gleichzeitige, geheimbleibende Order angewiesen, trotzdem die Leitung aller wichtigen Geschäfte desselben fortzuführen, so daß der Oberst v. Hake, Chef des Militär-Oekonomie-Departements, welchem interimistisch auch das Allgemeine Kriegs-Departement übertragen wurde, nur den Namen dazu hergab. Beide schlossen hierüber eine schriftliche Vereinbarung, welche vom König persönlich bestätigt, aber niemandem, außer dem Major v. Boyen, mitgeteilt wurde. Dieses merkwürdige, in der Armeegeschichte wohl einzig dastehende Verhältnis dauerte bis zum April 1812, wo Scharnhorst durch den zwischen Preußen und Frankreich geschlossenen Allianzvertrag veranlaßt wurde, Berlin zu verlassen und sich nach Schlesien zurückzuziehen; durch Kabinettsorder vom 26. April wurde die oben erwähnte suspendiert, so daß nunmehr der Oberst v. Hake tatsächlich die Geschäfte allein führte.
In der Kabinettsorder, die Scharnhorsts scheinbare Entlassung verfügte, war ihm zugleich befohlen, eine Instruktion zu entwerfen, welche die Verhältnisse der Direktoren der Divisionen des Allgemeinen Kriegs-Departements zum Chef desselben regelte, und eine zweite, in der sein neues Verhältnis zu dem Brigade-General der Artillerie, zu der 3. Division des Departements, zum Ingenieur-Korps und zu den Offizieren des Generalstabes und der Adjutantur bestimmt wurde. Hervorzuheben ist aus denselben, daß der Direktor der 1. Division über alle Personalangelegenheiten der Armee ebenfalls direkten Vortrag - nur wenn Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und dem Departements-Chef obwalten sollten, in dessen Gegenwart - zu halten hatte, also gewissermaßen die Stellung des jetzigen Chefs des Militär-Kabinetts einahm; ferner, daß der Direktor der 3. Division alle die Bewaffnung der Armee, Munition usw. betreffenden Angelegenheiten von der 2. Division übernehmen (was also, entgegen der Einteilung vom 25. Dezember 1808, noch nicht vollständig geschehen sein muß), diese sowie die auf den Bestand, die Veränderungen usw. der Festungen bezüglichen Fragen auch ferner „unter Direktion des Generals v. Scharnhorst“ bearbeiten, übrigens aber in wichtigen Fragen ebenfalls dem Könige direkten Vortrag halten sollte. Endlich sollten die Verwaltung der Plankammer, die Anfertigung der Pläne und Karten, die Prüfung militärischer Aufsätze und Erfindungen, die Aufstellung von Offizeieren außer der Front zu diesen Geschäften nur unter der Bedingung der 2. Division zufallen, daß der Chef des Allgemeinen Kriegs-Departements zugleich auch Chef des Generalstabes wäre; bei getrennter Besetzung beider Stellen aber unter dem Chef des Generalstabes stehen, „wie dies von jeher der Fall gewesen ist“. Unter den augenblicklichen Verhältnissen fielen diese Aufgaben mithin Scharnhorst, nicht Hake zu.
Unmittelbar nach dem Eintreffen des Königs von Berlin in Breslau erging, am 28. Januar 1813, eine Kabinettsorder, welche hinsichtlich der Leitung des Kriegs-Departements das frühere Verhältnis zwischen Scharnhorst und Hake wieder in Kraft setzte; gleichzeitig wurden beide beauftragt, in Gemeinschaft mit dem Staatskanzler v. Hardenberg die Streitkräfte so viel als möglich zu vermehren. Die nun Schlag auf Schlag folgenden, die Wehrkraft des Staates zu ungeahnter Höhe anspannenden Maßregeln (s. S. 69 der Entwicklung des brandenburgisch-preußischen Heeres) entsprangen ausschließlich der Tätigkeit Scharnhorsts, dessen Einfluß in allen organisatorischen Fragen ein unbeschränkter war, auch nachdem er bei Ausbruch des Krieges zum Generalquartiermeister ernannt worden war. Er blieb deshalb bis zum 27. März in Breslau; selbst nachdem er dann die Stellung als Chef des Generalstabes der Blücherschen Armee angetreten hatte, wurden ihm durch Kabinettsorder vom 11. Mai - also nach seiner Verwundung - die Geschäfte der 3. Division des Allgemeinen Kriegs-Departements (behufs Durchführung der Bewaffnung der Landwehr und anderen Neuformationen) noch besonders übertragen. Die laufenden Geschäfte des Kriegs-Departements wurden inzwischen durch Hake, und zeitweise den Grafen Lottum, fortgeführt; und so blieb es auch nach Scharnhorsts Tode. Erst nach Ablauf des ersten Kriegsjahres erfolgte die Wiederherstellung geregelter Verhältnisse durch die Ernennung des Generalmajors v.Rauch am 12. Dezbr. 1813 zum Chef des Allgemeinen Kriegs-Departements, dann, am 3. Juni 1814, des Generalmajors v. Boyen zum Kriegs-Minister, bald darauf aber eine völlige Umgestaltung durch die Kabinettsorder vom 28. August 1814.
 
 
 
 
 

Umformung von 1814
Das Kriegs-Ministerium, wie es von jetzt ab ausschließlich und dauernd genannt wird, zerfiel danach in fünf Departements mit je einem Direktor, von denen
das 1. vier Abteilungen, für die Artillerie-, Infanterie-, Kavallerie und Ingenieur-Angelegenheiten, und, seit 1821, noch eine Abteilung für die Angelegenheiten der Landwehr und Ergänzung des stehenden Heeres umfaßte,
das 2. in seinem Wirkungskreise dem heutigen Großen Generalstabe,
das 3. dem heutigen Militär-Kabinett,
das 4. etwa dem bisherigen Militär-Oekonomie-Departement,
das 5. dem Kriegs-Kommissariat entsprach.
In gleichem Verhältnis zum Kriegs-Minister stand das nicht numerierte „Departement für die Invaliden“; ferner blieben ihm unterstellt das General-Auditoriat, die General-Militärkasse und, seit 1823, die wieder errichtete „Inspektion der Remonte“.

Organisation von 1825.
Die ganze Einrichtung scheint sich aber nicht recht bewährt zu haben; denn schon durch Erlaß des Kriegs-Ministeriums vom 16. Februar 1825 wurde, nach königlicher Genehmigung, eine Neueinteilung dieser Behörde bekannt gegeben, welche auf die frühere zurückgriff und noch heute fortbesteht. Das Kriegs-Ministerium zerfiel danach wieder in:
das Allgemeine Kriegs-Departement mit 3 Abteilungen für die Armee-, die Artillerie- und die Ingenieur-Angelegenheiten; dazu gehörig, jedoch unmittelbar unter dem Kriegs-Minister stehend, die Abteilung für die persönlichen Angelegenheiten mit der Geheimen Kriegskanzlei;
das Militär-Oekonomie-Departement mit 4 Abteilungen für das Kassen- und Etats-Wesen, für die Natural-Verpflegungs-, Reise- und Vorspann-Angelegenheiten, für die Bekleidungs-, Feldequipage- und Train-Angelegenheiten, für das Servis- und Lazarett-Wesen. Dazu gehörig, aber unmittelbar dem Kriegs-Minister unterstellt, die 5. Abteilung für das Invaliden-Wesen und die Abteilung für die Militär-Witwenkassen und Garnisonschul-Angelegenheiten.
Dem Kriegs-Ministerium unterstanden ferner, wie bisher, das General-Auditoriat, die Remonte-Inspektion und die General-Militär-Kasse.
Im Jahre 1835 wurde die Abteilung für die Militär-Witwenkassen- usw. Angelegenheiten, nach dem Tode ihres Direktors, des General-Intendanten Ribbentrop, mit der 1. Abteilung des Militär-Oekonomie-Departements vereinigt; durch Kabinettsorder vom 16. Dezember 1852 erhielten die bisherigen „Vorsteher“ der einzelnen Abteilung den Titel „Abteilungs-Chef“.
Im übrigen sind seitdem, dem Anwachsen des Heeres und - seit 1848 - der durch Einführung der konstitutionellen Regierungsform vermehrten Arbeitslast entsprechend, nur Erweiterungen und Neubildungen verschiedener Abteilungen und Departements, durch Teilung und Verschiebung der Geschäftsreise, zu verzeichnen, welche sich aus den nachfolgenden Blättern ergeben; besonderer Ernährung bedürfen jedoch einige solche, welche teilweise inzwischen wieder verschwunden sind.
Die am 25. Dezember 1808 errichtete 3. Division des Allgemeinen Kriegs-Departements „für Artillerie, Ingenieurs, und Festungen“ zerfiel bereits bei der Umbildung vom 28. August 1814 wieder in zwei Abteilungen des 1. Departements: „für die Artillerie-Geschäfte“ und „für die Ingenieur-Geschäfte“. Während aber die letztere, wenn auch unter mehrfach veränderter Bezeichnung, in der heutigen Ingenieurs- und Pionierabteilung (A 6) fortbesteht, hat die erstere verschiedene Wandlungen durchgemacht. Durch Order vom 5. November 1867 wurde von ihr die Technische Abteilung für die Artillerie-Angelegenheiten abgezweigt und bestand neben der seit dem 1. Oktober 1886 als Artillerie-Abteilung benannten; beide zum Allgemeinen Kriegs-Departement gehörig. Laut Kriegs-Ministerial-Verfügung vom 16. Dezember 1889 wurde aber vom 1. Januar 1890 ab provisorisch, dann durch Kabinetts-Order vom 20. Februar 1890 etatsmäßig vom 1. April 1890 ab, als 4. Departement des Kriegs-Ministeriums das Waffen-Departement errichtet, bestehend aus den beiden genannten Abteilungen und der zu demselben Zeitpunkt wie das Departement selbst zunächst provisorisch neu errichteten Handwaffen-Abteilung. Die beim Allgemeinen Kriegs-Departement zu 1. Oktober 1886 wieder errichtete Kavallerie-Abteilung wurde gleichzeitig in Abteilung für berittene Truppen umbenannt; am 1. März 1892 aber geteilt in eine Kavallerie-Abteilung und eine Feld-Artillerie-Abteilung. Das Waffen-Departement wurde aber schon am 13. April 1893 wieder aufgelöst; die Handwaffen-Abteilung wurde mit der bisherigen Abteilung für Fußtruppen zur Infanterie-Abteilung des Allgemeinen Kriegs-Departements verschmolzen, die Geschütz- (früher Artillerie-) Abteilung trat als Fußartillerie-Abteilung (5.) und die technische Abteilung unter beibehaltenem Namen als 7. zu demselben zurück.
Durch Kriegs-Ministerial-Verfügung vom 11. Januar 1896 wurde zunächst provisorisch vom 16. Januar ab, dann laut Kabinettsorder vom 29. März 1896 etatsmäßig vom 1. April 1896 ab, die Inspektion der technischen Institute errichtet und ihr die technische Abteilung sowie die wieder errichtete Handwaffen-Abteilung zugewiesen; am 1. April 1898 aber wurden diese drei Behörden infolge Bildung der Feldzeugmeisterei aufgelöst.
Die seit 1825 bestehende Abteilung für die persönlichen Angelegenheiten stand von jeher in engster Verbindung mit dem aus denselben Persönlichkeiten zusammengesetzten Militärkabinett; durch Kabinettsorder vom 8. März 1883 wurde sie ganz vom Ministerium losgelöst, so daß dort nur der Name aus etatsrechtlichen Gründen noch fortbesteht. Dagegen ist die der Abteilung früher zugehörige Geheime Kriegskanzlei, dem Allgemeinen Kriegs-Departement direkt unterstellt, verblieben.
Erhebliche Aenderungen in der Geschäftsverteilung innerhalb des Ministeriums traten am 1. Oktober 1886, 17. Juli 1896 und 1. Oktober 1898 in Kraft, wobei durch die Verfügung vom 20. September 1886, bzw. die Kabinettsorder vom 3. August 1898 zugleich abgekürzte, bzw. veränderte Bezeichnungen der einzelnen Departements und Abteilung eingeführt wurden.
Die umfangsreichen und dringenden Arbeiten endlich, welche im Jahre 1900 die Ausrüstung und Entsendung des Expeditionskorps nach Ostasien bedingte, erforderte die durch Kabinettsorder vom 16. August 1900 befohlene, zunächst provisorische, Errichtung einer besonderen Ostasiatischen Abteilung, welche laut Order vom 21. August 1902 mit dem 31. Oktober desselben Jahres wieder aufgelöst wurde.

Kriegsministerium. (K M)
Stiftungstag:
Lt. A. K. O. vom 15. 7. und 23. 12. 1808 Errichtung des Kriegs-Departement (5. Abteilung des Staatsrates), zerfallend in Allgemeines Kriegs-Departement und Militär-Oekonomie-Departement. Eröffnung der Tätigkeit 1. 3. 1809 in Königsberg, seit Ende des Jahres 1809 in Berlin.
Entwicklung: 27. 3. 1810 Festsetzung der besonderen Uniform für die wirklichen Mitglieder beider Departements. 28. 8. 1814 Umformung: Kriegsministerium, mit dem 1. bis 5. Departement und Departement für die Invaliden. 1823 Errichtung der Inspektion der Remonte. 16. 2. 1825 Neueinteilung in: Bureau des Kriegsministers, Allgemeines Kriegs-Departement, Militär-Oekonomie-Departement; dem Kriegsminister direkt unterstellt: Abteilung für die persönlichen Angelegenheiten, 5. Abteilung des M. O. D. (für das Invalidenwesen), Abteilung für die Militär-Witwenkassen- und Garnison-Schul-Angelegenheiten (zum M. O. D. gehörig), General-Auditoriat, Remonte-Inspektion und General-Militärkasse. 1. 10. 1868 Errichtung der Medizinal-Abteilung. 8. 9. 1883 Ablösung der Abteilung für die persönlichen Angelegenheiten. 1. 10. 1886 abgeänderte Geschäftseinteilung und abgekürzte Bezeichnung der Departements und Abteilungen. 1 .1. 1890 Errichtung des (provisorischen) Waffen-Departements. 13. 4. 1893 provisorische, 8. 3. 1894 endgültige Errichtung des Zentral-Departements. 17. 7. 1896 Neuregelung der Geschäftsverteilung. 1. 10. 1898 veränderte Gliederung des Kriegsministeriums und abgeänderte Benennungen der Departements und Abteilungen.

Kriegsminister.
25. 12. 1808 tatsächlich, aber ohne den Titel, Gen. Maj. v. Scharnhorst (Chef des A. K. D.)
21. 03.1810 von der Stellung entbunden, unter Anweisung, die Geschäfte vorläufig  weiterzuführen.
06. 06.1810 Geh. Staatsr., Oberst v. Hake (Chef des M. O. D.) interimistisch mit Führung der  Geschäfte des A. K. D. beauftragt, mit der Weisung, sie nur im Einverständnis  mit Gen. Maj. v. Scharnhorst zu führen.
26. 04. 1812 Suspendierung der A. K. D. vom 6. 6. 1810 endgültiger Rücktritt Scharnhorsts.
28. 01. 1813 Wiederherstellung des durch die A. K. D. vom 6. 6. 1810 geschaffenen  Verhältnisses.
19. 12. 1813 Maj. v. Rauch (Chef des A. K. D.).
1814 Gen. Maj v. Boyen 01.04.1848 die Verw. übertr. Gen. Lt.
1820 Gen. Lt. v. Hake v. Reyher
1824 Gen. Lt. v. Witzleben 26.04.1848 Gen. Lt. Gr. v. Kanitz
1837 Gen. d. Inf. v. Rauch 16.06.1848 Gen. Lt. Frhr. Roth v.
 Schreckenstein (Gen. Maj. v. 
1841 Gen. d. Inf. v. Boyen Brandt, Unterstaats-sekr. des
1847 Gen. Lt. v. Rohr Kriegsmin.)
21. 09. 1848 Gen. d. Inf. v. Pfuel 1859 Gen. Lt. v. Roon zuletzt Gen.
 (Gen. Maj. Jenichen m. Feldmarschall
 Bef. der Ifden Gesch. 1866 stellvertret. Gen. Maj Synold
 beauftr.) v. Schütz
(8.11.1848 Gen. Lt. Gr. v. Branden- 
 burg interim. mit Führung
 der Gesch.  1870-1871 stellvertr. Gen. Maj. Klotz)
 beauftr.) 1873 Gen. d. Inf. v. Kameke
10. 11. 1848 Gen. Maj. v. Strotha 1883 Gen. d. Inf. Bronsat v. 
1850 Gen. Lt. v. Stockhausen Schellendorff
1851 m. W. d. Gesch. b. Gen. 1889 Gen. d. Inf. v. Verdy du Vernois
 Maj.v. Wangenheim 1890 Gen. d. Inf. v. Kaltenborn-Stachau
1852 Gen. Lt. v. Bonin 1893 Gen. d. Inf. Bronsart v. 
1854 Gen. Lt. Gr. v. Waldersee Schellendorff
1858 Gen. d. Inf. v. Bonin 1896 Gen. d. Inf. v. Goßler
1859 vorl. m. F. d. G. b. Gen. 1903 Gen. Lt. v. Einem genannt
 d. Inf. Fürst v. v. Rothmaler.
 Hohenzollern-Sigmaringen

Standort. Berlin.

Zentral-Departement. (Z D)
Stiftungstag: 16.2.1825 Errichtung eines besonderen Bureaus des Kriegsministers.
Entwicklung: 1852 Zentral-Abteilung. 13.4.1893 Umformung, zunächst versuchsweise, in das Zentral-Departement mit 2 Abteilungen. 8.3.1894 endgültig bestätigt, Neueinteilung der Geschäfte zwischen dem Departement und seinen Abteilungen.

Vorsteher, Abteilungs-Chefs bez. Departements-Direktoren.
1825 Maj. v. Restorff 1869 Gen. Maj. v. Hartrott
1837 Geh. Kr. R. Messerschmidt 1878 Oberst v.Wodtke
1838 Wirkl. Geh. Kr. R. Gueinzius 1885 Oberst v. Funck
1851 Oberst Herwarth v. Bittenfeld 1889 Gen. Maj. Haberling
1855 Oberst v. Beyer 1896 Gen. Maj. v. d. Boeck
1860 Oberst Koelau 1897 Gen. Lt. v. Bülow
(1861 Stellung unbesetzt) 1901 Gen. Lt. v.Billaume
1862 Oberst v. Thile 1903 Oberst Wachs.
(1866-1868 Stellung unbesetzt)

1. Ministerial-Abteilung. (Z 1)
Stiftungstag: 13. 4. 1893 versuchsweise Errichtung der 1. Abteilung des Zentral-Departements.
Entwicklung: 8. 3. 1894 endgültig bestätigt, Neuverteilung der Geschäfte zwischen dem Departement und seinen Abteilungen. 1.10.1898 Ministerial-Abteilung.
Abteilungs-Chefs.
1893 Gaede*) 1897 Wachs 1903 Mandel

Druckvorschriften Verwaltung (DV)
Stiftungstag: 1 .2. 1891 provisorisch errichtet.
Entwicklung: 1. 4. 1891 etatsmäßig.
Vorstand.
1891 Oberstlt. z. D. Steiner 1904 Oberstlt. z. D. Lehmann

2. Intendantur-Abteilung. (Z 2)
Stiftungstag: 13. 4. 1893  versuchsweise Errichtung der 2. Abteilung des Zentral-Departements.
Entwicklung: 8. 3. 1894 endgültig bestätigt, Neuverteilung der Geschäfte zwischen dem Departement und seinen Abteilungen. 1.1.1898 Intendantur-Abteilung.

Abteilungs-Chefs.
1893 Wirkl. Geh. Kr. R. Schober 1900 Wirkl. Geh. Kr. R. Kollhoff
1898 Geh. Kr. R. Litty 1901 Wirkl. Geh. Kr. R. Billhart.

Allgemeines Kriegs-Departement. (AD)
Stiftungstag: Vorläufig eingerichtet durch A. K. D. vom 15. 7. 1808 als erstes Departement; endgültig durch A. K. vom 25. 12. 1808 als I. Hauptabteilung des Kriegs-Departements oder Allgemeines Kriegs-Departement. Eröffnung der Tätigkeit 1. 3. 1809 in Königsberg, von Ende des Jahres 1809 ab in Berlin.
Entwicklung: 28. 8. 1814 Umformung in das 1. Departement des Kriegsministeriums (4. Abteilung). 1821 Errichtung der Abteilung für die Landwehr-Angelegenheiten und die Ergänzung des stehenden Heeres. 16. 2. 1825 Umformung in das Allgemeine Kriegs-Departement (3 Abteilung und die dem Kriegsminister direkt unterstehende Abteilung für die persönlichen Angelegenheiten). 5. 11. 1867 Errrichtung der technischen Abteilung für die Artillerie-Angelegenheiten.8. 3. 1883 Ablösung der Abteilung für die persönlichen Angelegenheiten, unter Verbleib der Geheimen Kriegskanzlei. 1. 10. 1886 Wiedererrichtung der Infantrie-und Kavallerie-Abteilung, veränderte Geschäftseinteilung und abgekürzte Bezeichnung der Abteilungen, 1. 1. 1890 Abgabe der Geschütz- und technischen Abteilung an das Waffen-Departement. 1. 3. 1892 Errichtung der Feldartillerie-Abteilung. 13. 4. 1893 Aufnahme der Abteilungen des aufgelösten Waffen-Departements, Aenderungen der Geschäftseinteilungen. 16. 1. 1896 Errichtung der Inspektion der technischen Institute, dem Departement unterstellt, Abgabe der technischen Abteilung an diese. 1 .4. 1898 Auflösung dieser Inspektion. 16. 8. 1900 Errichtung der Ostasiatischen Abteilung. 31. 10. 1902 Auflösung derselben.
Departements-Direktoren.
15. 7. 1808 Gen. Maj. v. Scharnhorst, Chef 25. 12. 1808
06. 6. 1810 interimistisch Oberst v. Hake, unter tatsächlicher Leitung Scharnhorsts
26. 4. 1812 endgültig Oberst v. Hake.
28. 1. 1813 Wiederherstellung des Verhältnisses wie nach dem 6. 6. 1810.
1813 Gen. Maj. v. Rauch 1870 f. d. Dauer des mob. Verh.
1814 Gen. Lt. v. Schöler II kdrt. zur Vertr. Gen. Maj. Klotz
1837 Gen. Lt. v. Stülpnagel 1871 Gen Maj. v. Stiehle
1840 Gen. Lt. v. Reyher 1873 Gen. Lt. v. Voigts-Rhetz II
1848 Oberst v. Griesheim 1879 Gen. Lt. v. Verdy du Vernois
1850 Gen. Maj. Leo 1883 Gen. Lt. v. Hänisch
1850 Gen. Maj. v. Wangenheim 1888 Gen. Lt. v. Blume
1855 Oberst Wasserschleben 1889 Gen. Lt. Vogel v. Falkenstein
1857 Gen. Maj. v. Hann 1891 Gen. Lt. v. Goßler
1858 Gen. Maj. v. Voigts-Rhetz 1895 Gen. Lt. v. Falkenhausen
1860 Gen. Maj. Bar. v. d. Goltz I 1897 Gen. Lt. v. Boeck
1862 Gen. Lt. v. Glisczinski 1900 Gen. Lt. v. Einem gen. v. Rothmaler
1866 Gen. Maj. v. Poddielski 1903 Gen. Maj. Sixt Maj. v. Armin

1. Armee-Abteilung. (A 1)
Stiftungstag: 25. 12. 1808 Errichtung der 2. Division des Allgemeinen Kriegs-Departements. Eröffnung der Tätigkeit 1. 3. 1809 in Königsberg. Seit Ende des Jahres 1809 in Berlin.
Entwicklung: 28. 8. 1814 infolge Umformung des Kriegsministeriums fortgefallen. 16. 2. 1825 Wiedererrichtung der 1. Abteilung des Allgemeinen Kriegs-Departements „für die Armee-Angelegenheiten“. 29. 11. 1866 Teilung in Armee-Abteilung A und B. 18. 12. 1871 Aenderung der Geschäftsverteilung zwischen beiden Abteilungen. 1. 10. 1886 Wiederzusammenziehung beider Abteilungen; Armee-Abteilung. 1.3.1892 Uebernahme einiger Geschäftszweige von der Abteilung für Fußtruppen.
Abteilungs-Chefs.
1808 v. Rauch  1838 Stein v. Kaminski 1855 v. Klausewitz
1825 v. Colomb 1840 v. Hermann 1858 v. Hartmann
1829 v. Cosel 1846 v. Griesheim 1860 v. Alvensleben
1832 v. Legat 1848 Herwarth 1861 v. Bose
1834 Stein v. Kaminski  v. Bittenfeld 1864 v. Hoffmann
1835 v. zur Westen 1851 Synold v. Schütz 1866 v. Karczewski

Armee-Abteilung A: Armee-Abteilung B:
1866 v. Karczewski 1866 v. Hartmann
1871 Gen. Maj. v. Hartmann 1871 v. Caprivi
1875 Gen. Maj. v. Caprivi 1875 Blume
1878 v. Wittich 1880 Ziegler
1885 v. Goßler 1884 v. Goßler
 1885 Seyfried

1886 v. Goßler 1894 Beseler 1900 v. Lochow
1889 v. d. Boeck 1898 Gen. Maj. v. Einem 1903 Eben
  gen. v. Rothmaler

2. Infanterie-Abteilung. (A 2)
Stiftungstag: 28.8.1814 Errichtung einer Abteilung für die Infanterie-Geschäfte im 1. Departement des Kriegsministeriums.
Entwicklung: 16.2.1825 infolge Umformung des Kriegsministerium wieder eingegangen 1. 10. 1886, zunächst provisorisch, wieder errichtet: Infanterie-Abteilung, 1. 1. 1890 Abteilung für Fußtruppen. 1. 3. 1892 Abgabe einiger Geschäftszweige an die Armee- bzw. die Geschütz-Abteilung. 13. 4. 1893 mit der Handwaffen-Abteilung des aufgelösten Waffen-Departements verschmolzen: Infanterie-Abteilung. 31. 3. 1898 Aenderung des Geschäftsbereichs infolge Errichtung der Feldzeugmeisterei.
Abteilungs-Chefs.
1814 v. Rummel  1895 v. Bloetz
1821 v. Rottenburg 1896 v. Wartenberg
1886 v. Franckenberg u.Proschlitz 1899 Friedberg
1889 v. Beneckendorff u. Hindenburg 1901 v Kathen
1893 v. Goeßnitz 1904 v. Wartenberg.

3. Kavallerie-Abteilung. (A 3)
Stiftungstag: 28. 8 1814 Errichtung einer Abteilung für die Kavallerie-Geschäfte im 1. Departement des Kriegsministeriums.
Entwicklung: 16. 2. 1825  nfolge Umformung des Kriegsministeriums wieder eingegangen. 1.10. 1886, zunächst provisorisch, wieder errichtet: Kavellerie-Abteilung. 1. 1. 1890 Abteilung für berittene Truppen, 1. 3. 1892 geteilt in Kavallerie-Abteilung und Feldartillerie-Abteilung.
Abteilungs-Chefs.
1814 v. Kehler  1888 v. Naso 1893 v. Hennigs
1824 v. Colomb 1890 Stern 1896 v. Katzler
1886 v. Treskow 1891 Frhr. v. Schele 1900 v. Goerne
1887 v. Massow 1893 v. Britzke  1904 Gr. v.Schmettow.
  (kommdrt. z. Vertr.)
4. Feldartillerie-Abteilung. (A 4 )
Stiftungstag: 1. 3. 1892 errichtet.
Entwicklung: 31. 3. 1898 Aenderung des Geschäftsbereiches infolge der Feldzeugmeisterei.
Abteilungs-Chefs.
1892 v. Reichenau  1897 Gallwitz
1894 Draudt  1899 v. Pelzer.
5. Fußartillerie-Abteilung. (A5)
Stiftungstag: 25. 12. 1808. Errichtung der 3. Divison des Allgemeinen Kriegs-Departements „für Artillerie, Ingenieurs und Festungen“.
Entwicklung: 28. 8. 1814 Umformung in die Abteilung für Artillerie-Geschäfte im 1. Departement des Kriegsministeriums. 16. 2. 1825 Wiedererrichtung der 2. Abteilung des Allgemeinen Kriegs-Departements „für die Artillerie-Angelegenheiten“. 5. 11. 1867 Abzweigung der Technischen Abteilung für die Artillerie-Angelegenheiten. 1.10.1886 Artillerie-Abteilung. 1. 1. 1890 Übertritt als Geschütz-Abteilung zum provisorischen Waffen-Departement. 1. 3. 1892 Uebernahme einiger Geschäftszweige von der Abteilung für Fußtruppen. 13. 4. 1893 Rücktritt zum Allgemeinen Kriegs-Departement als Fußartillerie-Abteilung unter Beschränkung des Geschäftsumfanges möglichst auf die Angelegenheiten der Fußartillerie.
Abteilungs-Chefs.
1808 v. Neander  1855 v. Prittwitz 1874 Rautenberg
  (ohne den Titel) 1855 Blume 1879 Gen. Maj. Müller
1814 v. Schmidt 1857 Graberg 1888 Ulffers
1820 Stieler 1860 Teisler 1890 Weizel
1822 Gen. Maj. v. Peucker 1863 Hurrelbrink 1892 Rathgen
1843 Remschel 1864 v.Rieff 1893 Welter
1843 v. Linger 1869 Willerding 1896 Fromm
1848 Kunowski 1871 v. Himpe 1901 Bücking
1852 Kindler

6. Ingenieur- und Pionier-Abteilung. (A6)
Stiftungstag: 25. 12. 1808. Errichtung der 3. Division des Allgemeinen Kriegs-Departements „für Artillerie, Ingenieurs und Festungen“.
Entwicklung: 28. 8. 1814 Umformung in die Abteilung für die Ingenieur-Geschäfte im 1. Departement des Kriegsministeriums. 1819 Fortfall der besonderen Bezeichnung „für die Ingenieurs Geschäfte“. 16. 2. 1825 Wiedererrichtung der 3. Abteilung des Allgemeinen Kriegs-Departements „ für die Ingenieur-Angelegenheiten“. 1848 Abzweigung der provisorischen Abteilung für die Marine-Angelegenheiten. 1. 10. 1886 Ingenieur-Abteilung. 1. 1. 1890 Festungs-Abteilung. 1. 10. 1898 Ingenieurs-und Pionier-Abteilung.
Abteilungs-Chefs.
1808 v. Gneisenau 1848 Wasserschleben 1876 Meyer
  (ohne den Titel)  1855 Frommann 1882 Heyde
1814 v. Leitholdt 1858 v. Reuthe-Fink 1884 v. Düring
1819 v. Liebenroth 1859 v. Kameke 1890 Gen. Maj. Paulus
1825 Brese 1861 Klotz 1893 v. Keiser
1832 Bogun v. Wangenheim 1868 Meydam 1896 Etzdorf
 1869 Frhr. v. Wangenheim 1903 Roos
Geheime Kriegs-Kanzlei. (G K K)
Siftungstag: 25. 6. 1787. Unterstellung der schon lange vorhandenen, aus der Geheimen Kabinetts-Kanzlei allmählich entstandenen Geheimen Kriegs-Kanzlei unter das Ober-Kriegs-Kollegium.
Entwicklung: 17 12. 1793 Bereinigung der Geheimen Kriegs-Kanzlei mit der Geheimen Kanzlei des Ober-Kriegs-Kollegiums und Ernennung eines militärischen Direktors. 25. 12. 1808 Vereinigung zur 1. Division des Allgemeinen Kriegs-Departements. 8. 3. 1883 dem Militär-Kabinett unterstellt. 28. 10. 1883 zum Kriegsministerium zurück.
Direktoren bzw. Vorsteher.
1782 Geh. Kr. R., Stabs- 1848 Iffland 1872 Tellenbach
  kapitän v. Malitz 1849 v. Kraut 1876 Brix
1793 v. Malschitzky  1851 v. Sommerfeld 1896 v. Vallet des
1808 v. Winskowski 1857 v. Hanke  Barres
1810 v. Pritzelwitz 1861 v. Lüdinghausen- 1900 Stephan.
1839 v. Malitzewski  Wolff
Armee-Verwaltungs-Departement. (B D)
Stiftungstag: Vorläufig eingerichtet durch A. K. O. vom 25. 7. 1808 als Zweites Departement, endgültig durch A. K. O. vom 25. 12. 1808 als II. Hauptabteilung des Kriegs-Departements oder Militär-Oekonomie-Departement. Eröffnung der Tätigkeit 1. 3. 1809 in Königsberg, seit Ende des Jahres 1809 in Berlin.
Entwicklung: 28. 8. 1814 Umformung in das 4. und 5. Departement des Kriegsministeriums. 16. 2. 1825 Wiedererrichtung des Militär-Oekonomie-Departements (5 Abteilungen, von denen die 5. für das Invalidenwesen, dem Kriegsminister direkt unterstellt; außerdem zugehörig die Abteilung für die Militär-Witwenkassen- und Garnison- Schul-Angelegenheiten. desgl.). 1835 Vereinigung der letzgenannten Abteilung mit der 1. Abteilung. 1. 10. 1886 Zuteilung der Bau-Abteilung als 5., veränderte Benennung der übrigen Abteilungen. 1. 10. 1898 Armee-Verwaltungs-Departement. 1. 4. 1902 Errichtung der Uebungsplatz-Abteilung als 5.

Departements-Direktoren.
1808 Geh. Staatsrat, Oberstlt. Gr. v. Wylich u. Lottum (Chef 25. 12. 1808)
1810 Geh. Staatsrat, Oberst v. Hake
1814 Direktor des 4. Departements: Oberst Köhn v. Jaski
1814 Direktor des 5. Departements: Gen. Intendant, Staatsrat Ribbentrop.

1825 Gen. Lt. Köhn v. Jaski W. d. G. b. Oberst z. D. v. Begesack
1835 Gen. Maj. v. Sack dann z. Vertr. kmdrt. Gen. Lt. v. 
1838 Gen. Maj. v. Rohr I.  Schmeling)
1840 Gen. Lt. v. Cosel  1871 Gen. Maj. v. Karszewky
1848 Oberstlt. Fischer  1876 Gen. Lt. v. Hartrott
(1849-1850 Stellung unbesetzt) 1885 Gen Lt. Blume
1851 Gen. Maj. a. D. Gueinzius 1888 Gen. Lt. Kühne
1856 Gen. Maj. Vogel v. Falckenstein 1889 Gen. Lt. Stlockmarr
1858 Gen. Lt. Hering  1890 Gen. Lt. v. Funck
1864 Gen. Lt. Bronsart v. Schellendorff 1894 Gen. Lt. Frhr. v. Gemmingen
1867 Gen. Lt. v. Stosch  1898 Gen. Lt. v. Heeringen
(1870 f. d. Dauer des mob. Verh. m. 1903 Gen. Maj. Gallwitz.

1. Kassen-Abteilung (B 1)
Stiftungstag: 25. 12. 1808 Errichtung der 1.Division des Militär-Oekonomie-Departements. Eröffnung der Tätigkeit 1. 3. 1809 in Königsberg, seit Ende des Jahres 1809 in Berlin.
Entwicklung: 28. 8. 1814 infolge Umformung des Kriegsministeriums fortgefallen, s. unter B D. 16. 2. 1825 Wiedererrichtung der 1. Abteilung des Militär-Oekonomie-Departements „für das Kassen- und Staatswesen“. 1. 10. 1886 Kassen-Abteilung.

Abteilungs-Chefs. (B 1)
1808 Geh. Finanzrat Westphal 1853 Sixtus 1877 Hammer
1825 Jacobi  1866 Koellner 1891 Koch
1835 Cammerer 1867 Glogau 1897 Gadow

2. Verpflegungs-Abteilung. (B 2)
Stiftungstag: 25. 12 1808 Errichtung der 2. Division des Militär-Oekonomie-Departements. Eröffnung derTätigkeit 1. 3. 1809 in Königsberg, seit Ende des Jahres 1809 in Berlin.
Entwicklung: 28. 8. 1814 Umformung in das 5. Departements des Kriegsministeriums, 16. 2. 1825 Wiedererrichtung der 2. Abteilung des Militär-Oekonomie-Departements „für die Natural-Verpflegungs-, Reise- und Vorspann-Angelegenheiten“. 11. 11. 1872 Uebertragung der Reise- und Vorspann-Angelegenheiten an die 3. Abteilung; Abteilung für die Natural-Verpflegungs-Angelegenheiten. 1. 10. 1886 Verpflegungs-Abteilung.

Abteilungs-Chefs.
1808 Geh. Kr. R. Dreyer 1825 Müller  1884 Engelhard
1814 Gen. Intendant, 1851 Messerschmidt 1895 Weidemann
  Staatsrat Ribbentrop 1867 Koellner

3. Bekleidungs-Abteilung. (B 3)
Stiftungstag:25. 12. 1808 Errichtung der 3. Division des Militär-Oekonomie-Departements; Eröffnung der Tätigkeit 1. 3. 1809 in Königsberg, seit Ende des Jahres 1809 in Berlin.
Entwicklung:28. 8. 1814 Umformung in das 4. Departement des Kriegsministeriums. 16. 2. 1825 Wiedererrichtung der 3. Abteilung des Militär-Oekonomie-Departements „für die Bekleidungs-, Feldequipage- und Train-Angelegenheiten“. 11. 11. 1872 Uebernahme eines Teils der Geschäfte von der 2. Abteilung: Abteilung für die Bekleidungs-, Geld-, Verpflegungs-, Reise- und Vorspann-Angelegenheiten. 1. 10. 1886 Bekleidungs-Abteilung.

Abteilungs-Chefs.
1808 v. Bronikowski  1851 Ilgner 1885 Nitschmann
1814 Köhn v. Jaski 1858 v. Kamienski  1885 Gen. Maj. von
1825 Gen. Maj. von Hülsen 1860 v. Pritzelwitz   Treskow
 1865 v. Schkopp 1891 v. Lindequist
1838 v. Broskovius 1867 Gericke 1894 Pabst v. Ohain
1841 v. Döhring 1871 Quedenfeldt 1895 Frhr. v. Lichtenstern
1848 Wirkl. Geh. Kr. Rat 1873 v. Eskens 1898 Kuntze
  Schrobitz 1874 Dresow 1902 Reuter.
1849 Wirkl.Geh. Kr. Rat 1878 Kühne
  Briesen 1883 v. Funck

4. Unterkunfts-Abteilung. (B 4)
Stiftungstag:16.2. 1825 Errichtung der 4. Abteilung des Militär-Oekonomie-Departements „für das Servis- und Lazarettwesen“.
Entwicklung1. 10. 1868 Uebergang des Lazarettwesens an die Medizinal-Abteilung: Abteilung für das Serviswesen. 1. 10. 1886 Servis-Abteilung. 1. 10. 1898 Unterkunfts-Abteilung. 1. 4. 1902 Aenderung des Geschäftsbereichs infolge Errichtung der Uebungsplatz-Abteilung.

Abteilungs-Chefs.
1825 Geh. Kr. Rat Pomowitz 1881 Oberst Schulz
1837 Wirkl. Geh. Kr. Rat Stricker 1889 Oberst Paulus
1852 Wirkl. Geh. Kr. Rat Schmidt 1890 Oberst Erfling
1859 Geh. Kr. Rat Krienes 1894 Gen. Maj. Wollmar
1868 Gen. Maj. v. Bonin 1901 Oberst v. Winterfeld
1875 Gen. Maj. Sandkuhl 1904 Maj. Hoffmann (komm. z. Vertr.)
 

5. Uebungsplatz-Abteilung. (B5)
Stiftungstag: 1. 4. 1902

Abteilungs-Chefs.
1902 Oberst Krause

6. Bau-Abteilung. (B 6)
Stiftungstag:1881 Einrichtung eines Ministerial-Baubureaus; 1. 4. 1882 Errichtung der -selbständigen- Bau-Abteilung.
Entwicklung:1. 10. 1886 Zuteilung zum Militär-Oekonomie-Departement als 5. Abteilung. 1. 4. 1902 Bezeichnung als 6. Abteilung.

Abteilungs-Chefs.
1882 Geh. Baurat Aßmann 1897 Geh. Ober-Baurat Appelius
1888Geh. Ober-Baurat Voigtel 1903 Geh. Ober-Baurat v. Rosainski.

Versorgungs- und Justiz-Departement. (CD)

Stiftungstag: 25.12. 1808 Errichtung der 4. Division des Militär-Oekonomie-Departements.
Eröffnung der Tätigkeit 1. 3. 1809 in Berlin.
Entwicklung: 23.8.1814 Umformung in das Departement für die Invaliden. 16.2. 1825 desgl. in die dem Kriegsminister direkt unterstellte 5. Abteilung des Militär-Oekonomie-Departements „für das Invalidenwesen“. 1834 Fortfall der Nummerbezeichnung, selbständige Abteilung. 1. 7. 1873 Umformung in das Departement für das Invalidenwesen mit den Abteilungen A und B. 1. 10. 1886 Einteilung in drei Abteilungen. 1. 10. 1898 Versorgungs- und Justiz-Departement.

Abteilungs-Chefs bzw. Departements-Direktoren.
1808 Oberst v. Schlieffen 1868 Oberst Quedenfeldt
1825 Oberst Stach v. Goltzheim 1871 Gen. Lt. v. Tilly
1832 Gen. Maj. v. Clausewitz 1881 Gen. Lt. v. Hartmann
1839 Gen. Lt. v. Stosch 1883 Gen. Lt. v. Grolman
1849 Oberst Iffland 1889 Gen. Lt. v. Spitz
1856 Gen. Maj. v. Sommerfeld 1896 Gen. Lt. v. Viebahn
1861 Gen. Maj. Koehlau 1901 Gen. Lt. v. Tippelskirch
1866 Oberst v. Etzel 1903 Oberst v. Vallet des Barres.

1. Pensions-Abteilung. (C1) 
Stiftungstag:1. 7. 1873 Errichtung der Abteilung A des Departements für das Invalidenwesen; für „das Pensions-Anerkennungswesen im allgemeinen“.
Entwicklung:1. 10. 1886 Pensions-Abteilung. 1. 7. 1887 veränderte Geschäftsverteilung zwischen der Pensions- und der Anstellungs-Abteilung. 1. 10. 1898 desgl. infolge Umgestaltung der 3. Abteilung.

Abteilungs-Chefs.
1873 v. Sodenstern  1889 v. Livonius 1896 Krebs
1876 Wittcke 1892 Serno 1901 Bacmeister.
1881 Gen. Maj. v. Spitz 1894 v. Ekensteen

2. Versorgungs-Abteilung. (C2)
Stiftungstag:1. 7. 1873 Errichtung der Abteilung B des Departements für das Invalidenwesen, für „die Verwaltungs-Angelegenheiten im allgemeinen, insbesondere das Etats- und Kassenwesen, die Zivil-Versorgungs-Angelegenheiten usw“.
Entwicklung:1. 10. 1886 Unterstützungs-Abteilung. 1. 10. 1898 Aenderung der Geschäftsverteilung infolge Umgestaltung der 3. Abteilung; Versorgungs-Abteilung.

Abteilungs-Chefs.
1873 Wirkl. Geh. Kr. Rat Hammer 1895 Wirkl. Geh. Kr. Rat Pomme
1877 Wirkl. Geh. Kr. Rat Wischhusen 1898 Oberst v. Vallet des Barres
1887 Wirkl. Geh. Kr. Rat v. Tschirschnitz 1903 Oberstlt. Hardt.

3. Justiz-Abteilung. (C3)
Stiftungstag:1. 10. 1886 Errichtung der Anstellungs-Abteilung; bearbeitet Anstellung inaktiver Offiziere und Mannschaften, Kriegervereine, Strafvollstreckung, Arbeiter-Abteilungen, Militär-Kirchenwesen, Militär-Justizwesen, ehrengerichtliche, Disziplinar-, Begnadigungs- usw. Angelegenheiten, Stammlisten, Orden, Fahnen.
Entwicklung:1. 7. 1887 veränderte Geschäftsverteilung zwischen der Pensions- und der Anstellungs-Abteilung. 1. 10. 1898 veränderte Geschäftseinteilung; Justiz-Abteilung.

Abteilungs-Chefs.
1886 Oberst Krokisius 1896 Oberst v. Rohrscheidt
1890 Gen. Maj. v. Viehbahn 1898 Wirkl. Geh. Kr. Rat Weiffenbach
1894 Oberst Serno 1900 Wirkl. Geh. Kr. Rat Wolf.
1894 Oberstlt. Fleck

Justitiare des Kriegsministeriums.
Einführung:25. 12. 1808 Bestellung des General-Auditeurs der Armee als Justitiarius und Rechtskonsulent für beide Departements. 1875 Errrichtung einer zweiten. 1895 einer dritten Stelle.
Stellenbesetzung: 1808 s. General-Auditeur der Armee
1817 Pitschel  1861 Nausester 1895 Mielcke
1832 Triedwind 1875 Volkmann 1901 Dr. v. Schelling.
1851 Fleck 1882 Harseim
1857 Guenther 1890 Müller.

Remonte-Inspektion. (RI)
Stiftungstag:1823 Errichtung der Inspektion der Remonte.
Entwicklung:16. 2. 1825 Remonte-Inspektion. 1837 Abteilung für die Remonte-Angelegenheiten der Armee. 1854 Abteilung für das Remontewesen. 1887 Remontierungs-Abteilung. 1. 10. 1898 Remonte-Inspektion.

Inspekteure.
1823 Gen.Maj. Beier 1866 Gen. Lt. v. Schoen
1835 Gen. Maj. v. Cosel 1875 Hen. Lt. v. Rauch
1840 Gen. Maj. Stein v. Kaminski 1883 Gen. Lt. Frhr. v. Troschke
1847 Gen. Maj. v. Dobeneck 1890 Gen. Maj. v. Arnim
1857 Gen. Lt. Synold v. Schüz 1891 Gen. Maj.Hoffmann-Scholz
(1859 f. d. Dauer des Kriegszust. 1898 Gen. Lt. v. Damnitz
 stellvertr. Gen. Lt. a. D. v. Dobeneck)

Medizinal-Abteilung. (M A)
Stiftungstag: 1. 10. 1868 Errichtung, zunächst provisorisch, der Militär-Medizinal-Abteilung.
Entwicklung: 8 .7. 1869 als definitiv bestätigt, 1.10. 1886 Medizinal-Abteilung.

Abteilungs-Chefs.
1868 Grimm  1889 Prof. v. Coler
1879 Prof. v. Lauer 1901 Prof. v. Leuthold.

Wieder aufgelöste Formationen.
1. Abteilung für die Landwehr-Angelegenheiten und die Ergänzung des stehenden Heeres.
1821 errichtet, dem Allgemeinen Kriegs-Departement zugeteilt.
16. 2. 1825 infolge Umformung des Kriegsministeriums fortgefallen.

Vorsteher.
1821 Maj. v. Delius.

2. Abteilung für die Militär-Witwenkassen- und Garnison-Schul-Angelegenheiten.
16. 2. 1825 errichtet, zum Militär-Oekonomie-Departement gehörig, aber dem Kriegsminister direkt unterstellt.
1835 mit der 1. Abteilung des Departements vereinigt.

Vorsteher.
1825 Gen. Intendant, Staatsrat Ribbentrop.

3. Abteilung für die Marine-Angelegenheiten.
1848 provisorisch von der 3. Abteilung des Allgemeinen Kriegs-Departements abgezweigt.
1848 etatsmäßig als Marine-Abteilung.
1854 wieder fortgefallen.

Vorsteher.
1848 Maj. Bogun v. Wangenheim.

4. Technische Abteilung für die Artillerie-Angelegenheiten.
5. 11. 1867 von 2. Abteilung des Allgemeinen Kriegs-Departements abgezweigt.
1. 10. 1886 Technische Abteilung. 1. 1. 1890 zum Waffen-Departement übergetreten.
13. 4. 1893 als 7. Abteilung zum Allgemeinen Kriegs-Departement zurück.
16. 1. 1896 als 1. Abteilung zur Inspektion der technischen Institute übergetreten.
1. 4. 1898 infolge Errichtung der Feldzeugmeisterei aufgelöst.

Abteilungs-Chefs.
1867 The Losen  1874 Krause 1891 Gen. Maj. Schüler
1871 Wesener 1881 Gen. Maj. Gerhards 1892 Selhausen
1872 Ribbentrop  1895 Bahn

5. Waffen-Departement.
1. 1. 1890 zunächst provisorisch errichtet; umfaßt: Handwaffen-Abteilung, s. unten
Geschütz-(früher Artillerie-) ) Abteilung vom Allgemeinen.
technische ) Kriegs-Departement
13. 4. 1893 wieder aufgelöst.

Departements-Direktoren.
1890 Gen. Lt. Salbach 1892 m. W. d. G. b. Gen. Lt. v. Goßler,
1890 Gen. Lt. Müller  Dir. d. Allgem. Kr. Dep.

6. Handwaffen-Abteilung.
1. 1. 1890, zunächst provisorisch, errichtet, dem Waffen-Departement zugeteilt.
13. 4. 1893 mit der Abteilung für Fußtruppen des Allgemeinen Kriegs-Departements verschmolzen. 16. 1. 1896 provisorisch wiedererrichtet, der Inspektion der technischen Institute zugeteilt. 1. 4. 1896 etatsmäßig, 1. 4. 1898 infolge Errichtung der Feldzeugmeisterei aufgelöst.
 
 

Abteilungs-Chefs.
1890 Gen. Maj. Hencke 1896 Oberstlt. Foß
1890 Oberst v. Gößnitz 1897 Oberst Lange.

7. Inspektion der technischen Institute. (T I)
16. 1. 1896 provisorisch errichtet, dem Allgemeinen Kriegs-Departement unterstellt; umfaßt: die technische Abteilung, bisher beim Allgemeinen Kriegs-Departement, die neu errichtete Handwaffen-Abteilung.
1. 4. 1896 etatsmäßig. 1. 4. 1898 infolge Errichtung der Feldzeugmeisterei aufgelöst.

Inspekteure.
1896 Oberst Gisevius 1897 Gen. Maj. Stern.

8. Ostasiatische Abteilung. (A 0)
16. 8. 1900 provisorisch errichtet, dem Allgemeinen Kriegs-Departement unterstellt.
31. 10. 1902 wieder aufgelöst.

Abteilungs-Chef.
1900 Maj. Gayer.
 

nächste Seite