| Feldküche
"Wie hat sich die Feldküche entwickelt?
Den Vorschlag, auf einem Karren während des Marsches
zu kochen und nach diesem sogleich zu essen, machte zuerst Graf Rumford
(1753-1814) in Bayern, später der Franzose le Roi 1798. Der alte Marschall
Blücher ließ in den Befreiungskriegen große kupferne Kessel
für gemeinsames Abkochen auf den Bagagewagen mitführen.
Für die Einführung der modernen Feldküche
setzte sich der Generalleutnant Fritz Bronsart v. Schellendorf beim preußischen
Kriegsministerium ein, nachdem er im russisch-japanischen Kriege die russische
Feldküche kennen gelernt hatte. Bei einem Wettbewerb 1906 wurden 40
Modelle vorgeführt. Die Erzeugnisse der Senking-Werke in Hildesheim
und der Firma Magirus in Ulm machten bei der Auswahl das Rennen. Dem Hildesheimer
Werk kam seine große Erfahrung im Bau von Herden und Küchenanlagen
zustatten, während Magirus bei der Herstellung von Fahrzeugen seine
Erfolge buchen konnte. Restlos glücklich war man auch mit diesen Musterküchen
noch nicht. In einem nochmaligen Wettbewerb wurde dann von denselben
beiden Firmen der neue Typ geschaffen, aus dem sich unsere spätere
"Gulasch-Kanone" entwickelt hat."
Aus "Wort und Brauch im deutschen Heer", geschichtliche
und sprachkundliche Betrachtungen über Gebräuche, Begriffe und
Bezeichnungen des deutschen Heeres in Vergangenheit und Gegenwart. Von
W. Transfeldt und K. Frhr. von Brand. 6. Auflage, Hamburg 11, Verlag Helmut
Gerhard Schulz, 1967. |