| Dienstgrad
ist ein bestimmter Rang in der militärischen Hierarchie,
der mit besonderen Pflichten, Rechten und Ehren ausgestattet ist. Dienstgrade
hatten alle Kombattanten in der Armee, Nichtkombattanten und Militärbeamte
verfügten zum Teil ebenfalls über einen D oder einen Titulardienstgrad,
zumindest wurden sie einer Rangklasse zugeordnet. Die D teilten sich in
Rangklassen, die sich in der Qualität ihrer Aufgaben unterschieden
und zu bestimmten Dienststellungen berechtigten. Rangklassen waren: Gemeine,
Unteroffiziere, Offiziere, Generale und Marschälle. Die Offiziere
gliederten sich nochmals in 1. Unter- oder Subalternoffiziere, 2.
Hauptleute und 3. Ober- bzw. Stabsoffiziere. Zu 1. gehörten die Sekondeleutnants,
Premierleutnants und Stabskapitäne bzw. -rittmeister, die die Kompanieoffiziere
stellten, es folgten 2. die Kapitäne und Rittmeister, die in der Regel
die Kompaniechefs waren. Die Stabsoffiziere bildeten die 3. Gruppe vom
Major bis zum Obersten, sie stellten die Bataillons- und Regimentskommandeure.
Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurden einige alte Bezeichnungen für
D in Preußen und Österreich modernisiert. So setzte sich an
Stelle der Bezeichnungen Obristwachtmeister und Obrist die des Major und
Oberst durch. In Österreich kam der Generalwachtmeisterlieutenant
außer Gebrauch und wurde durch den Generalmajor ersetzt. Hingegen
blieben Feldmarschall-Leutnant und Feldzeugmeister dort auch weiterhin
gültig, vergleichbar mit dem Generalleutnant und General der Infanterie
in den Heeren der deutschen Staaten. Dienstgradabzeichen waren im 18. Jahrhundert
noch nicht üblich, in Preußen wurden sie erst 1808 eingeführt.
Die sichtbaren Merkmale an der Uniform waren die Dienstrangabzeichen. Mit
der Einführung der gleichmäßigen Uniformierung der stehenden
Heere bekamen die Offiziere nach und nach Abzeichen zur Unterscheidung
der verschiedenen Rangklassen. So kann in früher Zeit bereits das
Tragen des Degens als Rangabzeichen gewertet werden, ebenso wie die Qualität
und der Schnitt der Uniform an sich. Die ersten Rangabzeichen waren dann
für Offiziere die Schärpe, das Portepee, der Ringkragen, Stickereien
und Litzen, das Offiziersponton, Hutkordon und -agraffe und der Stock,
bei einigen Regimentern die Fangschnur. Generale trugen einen Federschmuck,
die Plumage, am Hut, in Preußen seit 1742, ansonsten waren sie von
den Offizieren nicht zu unterschieden. Erst 1787 erhielten Generale der
Kavallerie eigenständige Uniformen. Generalfeldmarschälle hatten
als besonderes Zeichen einen Marschallstab, den sie jedoch nur zu besonderen
Anlässen trugen. Im Gegensatz zu Frankreich waren diese Stäbe
in Preußen im 18. Jahrhundert nicht üblich, auch wenn sie auf
zahlreichen Portraits mit einem Kommandostab, als Vorgänger des Marschallstabes,
dargestellt wurden. Die Unteroffiziere unterschieden sich von den Mannschaften
durch die Unteroffizierstroddel am Seitengewehr und die Unteroffizierstresse
an Aufschlägen und Hut. Sie kennzeichnete weiterhin das Kurzgewehr
und der Stock, dagegen waren sie nicht mit Gewehren bewaffnet.
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