| Berlin, Invalidenhaus
Anstalt zur Versorgung ganzinvalider und erwerbsunfähiger
Soldaten und Offiziere. Bereits unter Friedrich I. gab es Pläne zum
Bau eines Invalidenhauses in Berlin. Jedoch blieb es vorerst bei der Aufstellung
von Invaliden-Kompanien zur Versorgung invalide gewordener Soldaten. Der
Bau des Invalidenhauses blieb Friedrich II. vorbehalten. Bei der Wahl des
Standorts hatte der König auf die Nähe zur Charité Wert
gelegt. 1746 wurde als erster Bauschritt mit dem Ausbau des Schönhauser
Grabens begonnen und bis Oktober 1748 das Invalidenhaus durch den Ingenieur-Kapitän
Petri errichtet. Der Gebäudekomplex schloß eine evangelische
und ein katholische Kapelle sowie verschiedene Wirtschaftsgebäude
ein. Auch wurde im Nordbereich des Grundstückes ein kleiner Anstaltsfriedhof
angelegt. Der Bau hatte ca. 120000 Taler gekostet. Nach der Instruktion
vom 31. August 1748 legte Friedrich einen jährlichen Etat von 26006
Talern fest. Das Invalidenhaus sollte drei Kompanien umfassen mit einer
Stärke von 570 Gemeinen, 30 Unteroffizieren, 3 Feldwebeln, 3 Fähnrichen,
6 Leutnants und 3 Kapitäns. Ein Teil der Invaliden durfte verheiratet
sein, deren Familien dann ebenfalls im Haus lebten. Ein Anspruch auf die
Aufnahme in das Invalidenhaus bestand nicht. Der erste Kommandant wurde
Oberst von Feylitsch. Das Invalidenhaus war vom König mit Land ausgestattet
worden, das vor allem zu Gärten umgewandelt werden und zur Eigenversorgung
dienen sollte. Da sich dies nicht bewährte, wurde 1769 das gesamte
Land einem Generalpächter übergeben. Die Pacht floß in
die Invalidenkasse. 1760 hatte das Invalidenhaus unter der Besetzung der
Russen sehr zu leiden, zuerst wurde es gründlich geplündert und
anschließend alle Invaliden zu Kriegsgefangenen erklärt. Auf
dem Invalidenfriedhof wurde u. a. der 1757 gefallene Generaladjutant Hans
Karl von Winterfeld beigesetzt, dessen Grabmal eines der wenigen noch erhaltenen
ist. Heute sind auf dem Friedhof nur noch wenige Grabsteine vorhanden.
Er fiel dem Mauerbau der DDR zum Opfer. Das Invalidenhaus wurde im Zweiten
Weltkrieg stark zerstört, die heute noch stehenden Seitenflügel
des Ehrenhofes werden von medizinischen Institutionen genutzt.
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