Berlin, Garnisonkirche und Alter Garnisonfriedhof

Am 24. September 1701 wurde am Spandauer Tor der Grundstein für die Garnisonkirche gelegt. Unter der Leitung des Architekten Martin Grüneberg konnte der Bau bereits 1702 beendet und die Kirche am 1. Januar 1703 geweiht werden. Eine Explosion des benachbarten Pulverturms zerstörte 1720 die Kirche. Die gewaltige Explosion kostete 72 Menschen das Leben, darunter 35 Kindern aus der Garnisonschule, die ebenfalls in Trümmer fiel. König Friedrich Wilhelm I. beauftragte den Oberbaudirektor Gerlach, der später auch die Potsdamer Garnisonkirche baute, mit einem Neubau. Am 31. Mai 1722 konnte die neue Kirche geweiht werden. Sie erhielt einige Jahre später ein Begräbnisgewölbe, in dem zwischen 1728 und 1830 etwa 1800 Soldaten und Offiziere beigesetzt wurden, darunter allein 14 Generalfeldmarschälle. Einer von ihnen war der 1758 in der Schlacht bei Hochkirch gefallene Lord Jakob Keith, dessen Begräbnis am 3. Februar 1759 stattfand. 1745/46 hatte der König 92 Fahnen und 12 Standarten, die Trophäen des letzten Krieges, in der Kirche aufhängen lassen. Stark beschädigt wurde die Kirche im Zweiten Weltkrieg. Die restlichen der aufgebrochenen Särge wurden 1949 geborgen und auf den Stahnsdorfer Südwest-Friedhof überführt. Die Kirchenruine hat man 1962 abgerissen. Erhalten ist heute noch der Taufstein der Garnisonkirche, der Andreas Schlüter zugeschrieben wird, und der in der Berliner Nikolaikirche ausgestellt ist. Um 1703 hatte man zwischen dem Rosenthaler und Schönhauser Tor, innerhalb der Stadtmauer, zwei Friedhöfe der Garnisongemeinde angelegt. Der eine, nur für Mannschaften bestimmt, wurde 1867 geschlossen, als Park gestaltet und nach 1900 mit Mietshäusern bebaut. Der zweite Friedhof war den Offizieren vorbehalten und wird heute als Alter Garnisonfriedhof bezeichnet. Er wurde erst 1950 endgültig geschlossen. Auch er hat im Laufe der Zeit stark gelitten, 309 Grabmäler fielen 1978/79 der Umgestaltung des Friedhofs in einen Park zum Opfer. In den 80er Jahren begann man den restlichen Bestand an Grabmälern zu schützen und später auch teilweise zu restaurieren.
 

Lit.: 
  • Der Alte Berliner Garnisonfriedhof im Spannungsfeld zwischen Scheunenviertel und Monbijou, Berlin 1995.
  • Goens, Georg: Geschichte der Königlich Berlinischen Garnisonkirche, Berlin 1897.
  • Gottschalk, Wolfgang: Der Garnisonfriedhof und der Invalidenfriedhof zu Berlin. Berlin 1991.


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