Anciennität

ist dem französischen Wort „ancienneté“ entliehen. Die A ist ein Beförderungsprinzip, das das Dienstalter zur Bestimmung der Reihenfolge der Beförderung von Offizieren gleichen Ranges zur Grundlage hat. Das Dienstalter im Dienstgrad wird durch das Datum des Patents festgelegt. Die A setzt sich im 18. Jahrhundert in allen großen europäischen Heeren durch. Die A förderte den Korpsgeist der Offiziere, da sie formell allen Offizieren die gleiche Chance einräumte, bis zum General aufzusteigen. Mußte ein Vorgesetzter vertreten werden, so entschied unter den in Frage kommenden gleichrangigen Offizieren die A, ebenfalls wenn der Oberbefehl unter zwei Befehlshabern gleichen Ranges bestimmt werden mußte. Mit dem Beförderungsprinzip der A konkurrierte die Beförderung nach Leistung, ohne sich durchsetzten zu können. Beförderungen außer der Reihe erfolgten auf Grund besonderer Verdienste im Krieg. Auch gab es Dienststellungen, die die Beförderung beschleunigten, z. B. bei der Adjutantur. In Österreich wurde unter Maria Theresia auf die A streng Wert gelegt. Daneben war es bis in die 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts möglich, durch Stellenkauf auf Positionen zu gelangen, auf die man sonst hätte jahrelang warten müssen.
 

Lit.: 
  • Untersuchungen zur Geschichte des Offizierkorps. Anciennität und Beförderung nach Leistung. Beiträge zur Militär- und Kriegsgeschichte, Band 4, Stuttgart 1962.
  • Zimmermann, Jürg: Militärverwaltung und Heeresaufbringung in Österreich bis 1806. In: Handbuch zur deutschen Militärgeschichte 1648 - 1939, Band 2, Teil III, München 1979. 


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