Agraffe
(f. agrafe, e. agraffe): Spange, Öse (mit Haken). In der Uniformkunde versteht man unter A. die Schnur-, später auch Bandschlinge mit Knopf, bestimmt, die als Bandschleife gestaltete Kokarde auf dem Hute zu befestigen (Fig. 1 u. 2). Als die Tschakos aufkamen, wurde die A. zu gleichem Zweck auf diese übertragen (Fig. 3). Wie auf dem Gebiete des Trachtenwesens so vielfach, geriet die ursprüngliche Bedeutung des Stückes in Vergessenheit. Es wird als messingene "Litze" zur Schmuckform und ohne Kokarde verwendet, wie in Preußen 1854 bis 1860 bei den Jägerbataillonen 3, 4, 7 u. 8 (Fig. 4). Als bei der nahezu allgemeinen Einführung des Tschakos im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts der Hut den höheren Offizieren zur Dinestuniform, den übrigen zum Gesellschaftsanzuge verblieb, erfuhr die A. eine reichere Ausgestaltung, wie sie noch heute der Hut der Marineoffiziere aufweist (Fig. 5). Die reichste Form ist unter dem Namen "Sternagraffe" bekannt. Ihr Urbild kommt zwar schon in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts vor, doch viel einfacher ausgestattet. Hüte mit Sternagraffen (Fig. 6) wurden noch bis 1853 von sämtlichen preußischen Kavallerieoffizieren zum Gesellschaftsanzuge getragen. |
Lit.:
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