Hans Joachim von Zieten
Preussische Generalleutnant und sogenannter "Husarenvater"
Geboren
am 14.5.1699 in Wustrau, Mark Brandenburg als 3. Kind von insgesamt 7.
Vater Joachim Mathias v. Zieten, Mutter I. Catharina, geborene Jürgaß.
Aufgewachsen in bescheidenen Verhältnissen hatten seine Eltern für
eine höhere Bildung kein Geld und so wuchs Hans Joachim weitgehend
auf sich selbst gestellt auf.
Mit 16 Jahren trat er in das Regiment des Generalmajors
Frhr. v. Schwedy ein. Seine geringe körperliche Größe und
schwächliche Konstitution beeinträchtigten anfangs seine Karriere.
1724 beantragte er beim König seine Entlassung aus dem Militärdienst.
Es verging kaum ein Jahr und v. Zieten war wieder im Dienst, diesmal als
Leutnant der Wuthenau-Dragoner. Nach einem Duell wurde er zu einem Jahr
Festungshaft verurteilt und aus der Armee wieder entlassen.
Als 1730 die erste preussische Husarenkompanie aufgestellt
wurde, erhielt v. Zieten die Stelle eines Leutnants. Diese Truppe leistete
vorerst Kurierdienste für den König.
1735 ist v. Zieten mit 120 Husaren beim preussischen
Hilfskorps am Rhein mit dem Auftrag die Kampfweise der Husaren von den
dort eingesetzten österreichischen Husaren unter Baranyai zu lernen.
Zieten bewies in dieser Kampagne seine Führungsqualitäten und
erhielt am 29.1.1736 das Majors-Patent.
Er heiratet am 25.11.1737 Leopoldine Judith v. Jürgaß
1740 begann Friedrich II. den 1. Schlesischen Krieg.
Dadurch bot sich vielen Offizieren die Möglichkeit sich hervorzutun.
Nach anfänglichen Misserfolgen der preussischen Kavallerie erkannte
Friedrich II. ihre Wichtigkeit und forcierte den Aufbau von Husarenregimentern.
Die Zeit für J. v. Zieten war gekommen. Er erhält am 22.7.1741
das Obersten-Patent, am 24.7.1741 das Patent zur Aufstellung eines Husarenregimentes.
In den Kämpfen mit der österreichischen Armee errangen v. Zietens
Husaren viele Siege wodurch das Ansehen dieser Einheiten enorm anstieg.
Nach dem Ende des 1. Schlesischen Krieges erhielt v. Zieten den Auftrag
weitere Husarenregimenter auszubilden.
Im 2. Schlesischen Krieg waren die preussischen Husaren
für die Österreicher bereits ein ernstzunehmender Gegner. In
diese Zeit fällt der berühmte "Zietenritt" -als sich v. Zieten
mit 550 Husaren etwa 90 km durch von österreichischen Einheiten stark
besetztes Gebiet unter minimalen Verlusten nach Jägerndorf durchschlug.
In den Friedensjahren 1746-1756 widmete sich v. Zieten
der weiteren Ausbildung seiner Truppe. Am 19.3.1756 stirbt seine Ehefrau
im Alter von 57 Jahren. Dieser Schicksalsschlag veranlasste v. Zieten sein
Abschiedsgesuch zu stellen. Friedrich II. überzeugte ihn in einem
persönlichen Gespräch das Gesuch zurückzunehmen.
Zum Generalleutnant am 12.8.1756 ernannt, bewies v. Zieten
auch im darauffolgenden Siebenjährigen Krieg seine Qualitäten
als Befehlshaber in einer Reihe von Aktionen was auch zur steigenden Beliebtheit
bei Friedrich II. führte. In der Schlacht von Torgau am 2.11.1760
verdankte die preussische Armee ihren Sieg vor allem dem beherzten Eingreifen
v. Zietens und seiner Truppe im entscheidenden Moment der Schlacht.
Am 23.8.1764 heiratet v. Zieten - inzwischen 65-jährig-
die 26-jährige Hedwig Elizabeth Albertine v. Platen. Vom König
erhielt die Braut ein wertvolles Juwel. Aus der Ehe stammen zwei Kinder,
das erste starb jedoch nach 50 Tagen.
Nach Ausbruch des Bayrischen Erbfolgekrieges ersuchte
v. Zieten - inzwischen 79 Jahre - den König um Teilnahme. Der lehnte
in einem persönlichen Brief an v. Zieten ab. Das Verhältnis zwischen
König und Husarengeneral war sehr gut, ja herzlich. Friedrich II.
unterließ keine Gelegenheit um die Verdienste v. Zietens zu loben.
Auch unter dem Volk war er inzwischen zur Legende geworden. Noch als 85-jähriger
ließ er es sich nicht nehmen an der Spitze seines Husarenregimentes
vor seinem König an einer Revue teilzunehmen.
Er starb am 27.1.1786 auf seinem Gut in Wustrau und ist
in der dortigen Familiengruft beigesetzt worden.
H. J. v. Zieten war weit über die Grenzen seiner
Heimat bekannt. Zarin Katharina von Russland und die schwedische Königin
baten ihn um ein Bildnis. Viele Fürsten und hohe Militärs suchten
ihn in Berlin persönlich auf.
Das Husarenregiment "von Zieten" bestand bis 30.5.1919.
Seinen Namen trägt heute die Bundeswehrkaserne in Beelitz.
Harald Skala
Literatur:
-
G. Dorn - Joachim Engelmann, "Die Schlachten Friedrichs des Großen"
- Bechtermünz Verlag, im Weltbild Verlag GmbH, Augsburg, 1997
-
Frank Bauer, "Hans Joachim von Zieten", Kurt Vowinckel Verlag KG, Berg-Potsdam,
1999
Weitere Literatur:
-
Werner Hahn, Hans Joachim von Zieten. Königlich Preußischer
General der Kavallerie etc. Berlin 1850
-
S. B. Hermann, Hans Joachim von Zieten. Der Husar des Großen Königs,
Leipzig 1936
-
Heinz Kathe, Hans Joachim von Zieten, in: Militärgeschichte, 1981,
S.451 - 458.
-
Georg Winter, Hans Joachim von Zieten. Eine Biographie, 2 Bde., Leipzig
1886
-
Armand Frhr. v. Ardenne, Geschichte des Zietenschen Husarenregiments, Berlin
1874
Schloß Wustrau (1991)
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